Filmkritik: Astrid

Filmkritik: Astrid

“Astrid” erzählt von den jungen und prägenden Jahren der Astrid Lindgren. Sie zeigt die Geschichte einer emanzipierten Frau, die mit den Normen der Gesellschaft bricht und um die Liebe ihres Sohnes kämpft – mit viel Geduld und Fantasie. Damit wurden die Grundsteine von Lindgrens OEuvre gelegt.

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Astrid”

Bereits in jungen Jahren widerfährt Astrid Lindgren (Alba August) etwas, das sich für sie gleichermaßen als Schicksalsschlag und Wunder herausstellen und ihr Leben für immer verändern wird. Dieser Abschnitt in Astrids Leben sollte aus ihr eine der inspirierendsten Frauen unserer Zeit sowie eine der angesehensten Geschichtenerzählerinnen der Welt machen. Dies ist die Geschichte, wie eine junge Astrid, entgegen aller Erwartungen ihres Umfelds und ihrer religiösen Erziehung, beschloss, sich von den Normen unserer Gesellschaft zu lösen und ihrem Herzen zu folgen.

Astrid ab 06. Dezember im Kino

Mein Fazit

“Astrid” erzählt von den schwierigen jungen Jahren einer einzigartigen Frau, die mit ihren Kinderbüchern die ganze Welt verzaubern sollte. Regisseurin Pernille Fischer Christensen erzählt in ihrem biographischen Film einen Ausschnitt des Lebens der weltbekannten Autorin, der vielen bisher sicher nicht bekannt war. “Astrid” ist kein bunter Film, der vom Geschichten schreiben handelt. Im Gegenteil porträtiert er eher einen düsteren Ausschnitt aus der Lebensgeschichte von Astrid Lindgren. Sie zeigt, wie Lindgren zum Schreiben kann.

Eine eigensinnige Frau

Spätestens nach diesem Film wird klar: Astrid Lindgren hatte ihren ganz eigenen Kopf. Sie war eine beeindruckend starke und emanzipierte Frau, die sich den Normen der Gesellschaft widersetzte. Als 18-Jährige wurde sie unehelich von einem wesentlich älteren Mann schwanger – ein Skandal zu dieser Zeit in Schweden. Aus diesem Grund brachte sie ihren Sohn Lasse im Geheimen in Dänemark zur Welt und gab ihn in die Obhut einer Pflegemutter. Doch Astrids unendliche Liebe, ihr Mut und ihr Wille vereinte schließlich die zwei wieder. Zunächst örtlich und schließlich auch emotional.

Astrid
© DCM / Erik-Molberg-Hansen

Fantasie, Kreativität & das Gespür fürs Geschichtenerzählen

Lindgren hat in ihren jungen Jahren mit dem gefühlten Verlust ihres Sohnes eine schlimme Zeit durchgemacht, die sie jedoch immer weiter gestärkt hat. Schließlich gelingt es ihr erst durch das Geschichtenerzählen eine Verbindung zu Lasse aufzubauen. Bis sie schließlich als erwachsene Frau in ihre Heimat Vimmerby zurückkehren kann. Diese Erfahrungen legten den Grundstein für ihr umfangreiches, verzaubernde OEuvre.

Astrid
© DCM / Erik Molberg Hansen

Alba August

Das der Zuschauer sich in diese Geschichte hineinfallen lassen kann und mit voller Inbrunst dabei bleibt, ist neben dem schlüssigen Drehbuch und der stimmigen Inszenierung vor allem Alba August zu verdanken. Die schwedisch-dänische Newcomerin stellt als Astrid Lindgren ihr Talent unter Beweis. Sie zeichnet eine unerschrockene Frau, voller Lebensmut, Tatendrang und Fantasie.

Astrid
© DCM / Erik Molberg Hansen

Zwischen Dokumentation & emotionalen Drama

Mein Film über die Jugend von Astrid Lindgren ist eine persönliche Hommage an eine der großartigsten Künstlerinnen Skandinaviens. Eine Liebeserklärung an eine Frau, die mit ihrer starken Persönlichkeit die herrschenden Normen von Geschlecht und Religion ihrer Gesellschaft gesprengt hat.Pernille Fischer Christensen (Regisseurin)

Mit „Astrid“ ist Fischer Christinsen ein sehr lebensnahes Werk gelungen. Anstatt zu überdramatisieren erzählt sie die Lebensgeschichte Lindgrens eher nüchtern, fast dokumentarisch. Trotzdem gelingt es der Filmemacherin auch die emotionalen Elemente über die Leinwand zu transportieren. Ein wirklich sehenswerte Film über eine besondere Frau, dessen Geschichten ich nie vergessen werde.

“Astrid” ab 06. Dezember 2018 im Kino.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.