Filmkritik: Glam Girls

Filmkritik: Glam Girls – Hinreißend verdorben

Der Remake des Komödienklassikers “Zwei hinreißend verdorbene Schurken” mit weiblicher Besetzung unter dem Titel “Glam Girls – Hinreißend verdorben” kann nicht überzeugen. Eine flache Story, eindimensionale Figuren und wenig wirklich witzige Passagen sorgen für größtenteils langweilige 90 Minuten Spielzeit.

2 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Glam Girls”

Von den Männern dieser Welt enttäuscht, verbündet sich Tollpatsch Penny (Rebel Wilson) der einer hochklassigen Trickbetrügerin Josephine (Anne Hathaway). Gemeinsam wollen sie auf Millionärsjagd gehen, um sich zu nehmen, was ihnen eigentlich nicht gehört. Nur Pennys unkultiviertes Auftreten steht dem Beutezug noch im Weg. Kurzerhand wird sie in die Kunst des Edelbetrugs eingeweiht. Auf dem Lehrplan stehen nun High Heels statt Hoodie und Tango statt Twerken. Ein waghalsiges Unternehmen – doch auch aus einem Ganoven-Entlein wird irgendwann ein ganz schön durchtriebener Schwan mit (sehr eigenem) Stil.

Glam Girls

Mein Fazit

Völlig belanglos, flach und über weite Strecken geradezu langweilig. “Glam Girls” kann trotz Starbesetzung als Komödie alles andere als überzeugen. Ähnlich wie bei “Beach Bum” (2019) setzt bei dem Film genau dann das Problem ein, sobald die eigentliche Story beginnt. Während also das Vorgeplänkel, das hinterhältige Anstacheln zwischen den zwei Frauen sowie ihre gemeinsame Masche noch recht amüsant ist, ist ihr Kampf gegeneinander zäh und witzlos.

Das Beste versteckt sich im Trailer

Damit befinden sich die lustigsten Szenen bereits im Trailer. Also, selbst wenn ihr den Trailer gut findet und dadurch neugierig auf den Film werdet, könnt ihr euch den Kinobesuch leider sparen. Eventuell wirkt er im Originalton – ich habe ihn auch synchronisiert geschaut – noch etwas unterhaltender, aber so wirken die Figuren wahrscheinlich noch aufgesetzter, als sie eigentlich erdacht sind. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der gut 90 Minute lange Film von Regisseur Chris Addison sich deutlich länger anfühlt.

Glam Girls
© 2019 Universal Pictures International All Rights Reserved.

Zu wenig Komplexität

Was “Glam Girls” am meisten fehlt ist: Komplexität. Die ganze Idee und das Skript fordert dieses grundsätzlich. Doch verlieren sich beide Hauptcharaktere extrem im Oberflächlichen und was bleibt ist flache Slapstick-Komodie, die nur in wenigen Fällen für wirkliche Lacher sorgen. Ein kleines Armutszeugnis, wenn ausgerechnet die Personen mit der kürzesten Screentime wie Nicholas Woodeson (“Paddington 2“, 2017) als Butler Albert am meisten amüsieren.

Glam Girls
© 2019 Universal Pictures International All Rights Reserved.

Der Twist

Geradezu überraschend wirkt da schon der Twist in der Geschichte. Würde diese einen nicht spätestens nach der Hälfte des Films völlig egal sein, so könnte man sich hier dran schon fast erfreuen. Doch auch der Aufbau einer möglichen Fortsetzung lässt einem zum Ende des Films nicht mehr aufjubeln.

Glam Girls
© 2019 Universal Pictures International All Rights Reserved.

Sofakino

Selbst wenn ihr euch an wirklich flachen Komödien erfreut, so könnt ihr wirklich beruhigt darauf warten, dass “Glams Girls” im Free-TV läuft. Weder Rebel Wilson (“Pitch Perfect 3“, 2017) noch Anne Hathaway (“Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln“, 2016) können hier mit großer Schaspielkunst auffahren. Am besten hat sich daher vermutlich noch Alex Sharp (“The Sunlit Night”, 2019) als Thomas Westerburg geschlagen. Optisch in Bild und Kostüm genauso wie technisch gibt es hingegen nichts auszusetzen. Ein Remake, das man sich hätte sparen können.

“Glam Girls – Hinreißend verdorben” ab 09. Mai 2019 im Kino.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.