Filmkritik: Edie – Für Träume ist es nie zu spät

Filmkritik: Edie – Für Träume ist es nie zu spät

“Edie – Für Träume ist es nie zu spät” erzählt die berührende Geschichte einer mutigen Frau, die ihr Leben im hohen Alter endlich selbst in die Hand nimmt. Regisseur Simon Hunter überzeugt mit Tiefgang und wundervollen Landschaftsaufnahmen.

3.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Edie – Für Träume ist es nie zu spät”

Edie (Sheila Hancock) hat sich ihr Leben lang nach den Bedürfnissen anderer gerichtet. Als ihre Tochter Nancy (Wendy Morgan) sie in ein Altersheim stecken will, beschließt die 83-Jährige, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich einen fast vergessenen Traum zu erfüllen: den Berg Suilven in den schottischen Highlands zu erklimmen. Mit ihrer angestaubten Wanderausrüstung wagt sie das Abenteuer und engagiert den jungen Jonny (Kevin Guthrie), um sie für den herausfordernden Aufstieg vorzubereiten. Dieser lernt schnell ihren Dickkopf kennen, erfährt aber auch immer mehr über ihre Geschichte – und Edie beginnt allmählich, anderen und sich selbst zu vertrauen. So stolpern beide unverhofft in eine Freundschaft, die ihr Leben wunderbar auf den Kopf stellt.

Edie – Für Träume ist es nie zu spät

Mein Fazit

Der Film von Simon Hunter (“Mutant Chronicle”, 2008) erzählt die Geschichte einer Frau, die sich endlich dazu entschließt ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Damit führt Hunter den Zuschauer vor Augen, dass es dazu nie zu spät ist. “Edie – Für Träume ist es nie zu spät” ist gleichsam inspirierend wie erfüllend. Abgerundet durch die atemberaubenden Aufnahmen von August Jakobsson (“Boogie Man”, 2018) bekommt der Zuschauer direkt selbst Reiselust und verspürt den Drang Dinge zu erleben, die schon viel zu lange auf der eigenen Bucketlist stehen.

Edie

Dabei fällt es dem Zuschauer zu Beginn nicht unbedingt leicht mit der Hauptfigur zu sympathisieren. Sheila Hancock (“The Dark Mile”, 2017) verkörpert eine eher verbitterte ältere Dame, die ihr Leben lang von ihrem Ehemann unterdrückt und zurückgehalten wurde. Entsprechend hart und eigensinnig kommt sie daher. Doch genauso wie Jonny wird der Zuschauer nach und nach warm mit Edie. Wobei bei mir zugegeben der Funke bis zum Schluss nicht zu 100 % übergesprungen ist.

© Cape Wrath Films Ltd.

Fern vom Mainstream

“Edie – Für Träume ist es nie zu spät” ist sicherlich kein Mainstream-Film. Das Drama ist etwas genügsam und gewinnt erst gegen Ende ein wenig an Tempo und Spannung. Ein Film der mit seiner Message, seinem starken Drehbuch und seinen Bildern, anstatt durch Action und viel Drumherum besticht. Hunter konzentriert sich ganz auf Edie und Jonny und wie die zwei voneinander lernen und sich gegenseitig stärken. Ein Film über Mut, Freundschaft und Glückseligkeit.

Edie – Für Träume ist es nie zu spät
© Cape Wrath Films Ltd.

Voller Herz und Hingabe

Das Drama ist damit mehr als eine bloße Erzählung. Wer sich auf den Film einlässt, wird von diesem tief berührt werden. Er regt zum Nachdenken an und erinnert uns daran, dass wir nur ein Leben haben. Dabei merkt der Zuschauer auch, wie viel Herz die Filmemacher in ihr Werk gesteckt hat. Einzig die Dauerwerbesendung für gewisse Outdoormarken stört die Optik ein wenig. Dennoch, “Edie – Für Träume ist es nie zu spät” ist definitiv einen Kinobesuch wert.

“Edie – Für Träume ist es nie zu spät” ab 23. Mai 2019 im Kino.

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