Reisebericht: Australien – Lamington National Park

Reisebericht: 4. Tag Australien – Lamington National Park

800 Meter über dem Meeresspiegel im Lamington National Park: Der Wecker klingelt. Ist es wirklich schon morgens? Es ist 6:30 Uhr. Die Sonne ist noch nicht ganz aufgegangen und wir haben gute neun Stunden geschlafen – aber Arne und ich sind immer noch fix und fertig. Na, das kann ja was werden. Das frühe Aufstehen ist jedoch notwendig, denn: In Australien ist gerade Winter. Bedeutet (neben den nicht ganz so tropischen Temperaturen), dass es früh wieder dunkel wird. Die Sonne muss also ausgenutzt werden. Sonne… Sonne?!? Leider regnet es – trotz Trockenzeit. Aber gut wir befinden uns ja auch mitten im Regenwald, was uns erst jetzt so richtig klar wird. Am vergangenen Tag sind wir erst in der Dämmerung angekommen und haben unseren Camper schließlich in völliger Dunkelheit abgestellt. Da konnten wir unsere Umgebung noch gar nicht wirklich wahrnehmen. Aber wow! Bereits der Blick aus unserem mobilen Zuhause ist beeindruckend. Entsprechend werfen wir uns voll motiviert nach dem Frühstück in unsere Regenkleidung und packen uns dick ein.

Lamington National Park

Lamington National Park

Bevor es so richtig losgehen kann, müssen wir uns noch um unseren Camper kümmern. Check-out-Zeit ist bereits um 10:00 Uhr. Unsere Rundreise ist aber so ausgelegt, dass wir tagsüber unsere Umgebung erkunden, die wir am späten Nachmittag / Abend des Vortages erreicht haben. In Binna Burra ist das ganze gar kein Problem. Die Lodge hat genügend (zumindest im Winter!) Parkplätze für Ausflügler bereitgestellt, sodass wir unseren Wagen bequem und ohne Probleme umparken. Aufgrund des Regens entscheiden wir uns für eine Wanderroute von lediglich fünf Kilometer. Am Eingang des Cave Circuit angekommen, müssen wir leider feststellen, dass dieser Rundgang zurzeit gesperrt ist. Doch ein Blick auf die Schilder genügt und schon ist eine Alternative ausgewählt. Wir gehen Richtung Ballunjui Falls, lassen den ersten Aussichtspunkt (Bellbird Lookout) aufgrund der Wetterlage links liegen und gehen weiter zum Yangahla Lookout. Wow, was für ein Blick – trotz einiger tiefen Wolken. Wir schauen auf das Numinbah Valley, erblicken den Egg und den Turtle Rock. In der Ferne entdecken wir sogar schon die Küste.

Blick vom Yangahla Lookout auf den Lamington National Park

Lookout, Flora, Fauna & Wildlife

Vom Anblick berauscht, geht es weiter zum Yangahla Lookout. Der gleiche Blick nur etwas tiefer gelegen und jetzt auch fast wolkenfrei. Das Wetter ist auf unserer Seite! Es ist inzwischen aufgeklart und so warm, dass wir unsere Jacken ausziehen. Motiviert beschließen wir, doch die Route zu Ende zu gehen, anstatt wie geplant umzukehren. Da wir gegen 14:00 Uhr jedoch weiter zum nächsten Campingplatz müssen, können wir uns leider nicht ganz so viel Zeit dabei lassen und treten daher den Abstecher zu den Ballunjui Falls nicht mehr an.

Wallabys, Vögel & ein Koala

Was wir zu sehen bekommen ist verzaubernd. Neben der unterschiedlichsten Flora und Fauna entdecken wir direkt zu Beginn, mittendrin und später, mehrere Wallabys, diverse Vögel und dann das Highlight: Einen Koalabären! Der Kleine hat sich dazu entschieden, sich ausgerechnet jetzt einen neuen Eukalyptusbaum zu suchen und schlich schnellen Schrittes am Boden längs. Ich sehe ihn gerade noch rechtzeitig im Augenwinkel, als die anderen drei bereits um die Kurve biegen. Wir haben aber auch ein Glück!

Vom Regenwald an die Küste

Nach gut vier Stunden kehren wir in unser Camp zurück, verstauen die letzten Sachen und treten die nächste Tour an. Unser heutiges Ziel: Byron Bay. Also geht es den Berg wieder hinab und Richtung Strand. Nach etwa zwei Stunden winken wir Gold Coast zu und erblicken dann die Küstenstadt unserer Wahl. Der erste Eindruck begeistert sofort: Hier kann man sich bestimmt wohlfühlen.

Watch for Wildlife

Hallo, Byron Bay!

Wir checken wieder völlig unkompliziert bei unserem Campingplatz dem Reflections Holiday Parks ein und fahren durch ein Sicherheitstor zu unserem Stellplatz. Okay, und wie sollen wir jetzt hier rauf kommen? Die Straße ist extrem eng und unser Camper mit einer Länge von 7,70 Metern ganz schön lang. Nach einigem Vor und Zurück entscheiden wir uns jetzt einfach mal dafür vorwärts einzuparken. Das können wir in der Not ja morgen noch einmal ändern. Hier bleiben wir für zwei Nächte und zahlen dafür insgesamt 202,00 AUD (ca. 127,50 EUR). Aber vorwärts passt es erst einmal. Also, Markise raus, Strom anschließen – Grill sauber machen (der hat am Vortag ganz schön gelitten, weshalb wir besser noch Stahlwolle gekauft haben) und dann wird gekocht. Zuvor gehen Tina und ich noch schnell zu Aldi – ja, den Discounter gibt es auch in Australien – und kaufen auch noch Backpapier. Auf dem Weg sehen wir Flughunde ihre Kreise ziehen. Wow, sind die groß!

Versuch macht klug

Zurück am Camper bereiten wir unser Abendessen vor: Hähnchen, Salat, Würstchen und Sweet Potato Fries. Merke: Mit einem Gasofen wird das nichts mit den Süßkartoffelpommes. Irgendwie hat es dann aber doch noch mit dem Grill geklappt, wobei das Ergebnis sicherlich ausbaufähig wäre. Gut gesättigt können wir abwaschen. Moment… Der Abwassertank ist voll… Und es ist vermutlich auch noch meine Schuld, weil ich am Morgen lieber die Camperdusche anstelle der Sanitäranlagen des Campingplatzes genutzt habe. Die Konsequenz daraus: Ab in die Waschküche und ab morgen ist die Dusche im Wagen wieder gesperrt. Gegen die WC-Nutzung haben wir uns ja eh schon gemeinschaftlich ausgesprochen. Bei all dem hin und her geht es heute deutlich später ins Bett und ich bin müüüüüüüüde. Gute Nacht!

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