Reisebericht: Australien - Ein Tag in Melbourne

Reisebericht: 14. Tag Australien – Ein Tag in Melbourne

Hilfe, ist es kalt in Melbourne. Ja, es ist mitten im Winter aber gehört es wirklich so kalt!? Während wir in Brisbane und sogar in Sydney teilweise in kurzer Hose herumlaufen konnten, bezweifle ich, dass ich für die Hauptstadt von Victoria ausreichend warme Kleidung dabei habe. Man sollte meinen, ich hätte aus Ägypten und unserer Karibik-Kreuzfahrt gelernt. Aber, nein. Vor allem nachts sinkt die Temperatur bis unter 0, sodass ich heute Nacht sogar vor Kälte immer mal wieder aufgewacht bin. Arne und ich haben schließlich nur Sommerschlafsäcke im Gepäck und unsere Australier keine zweite Decke. Na ja, wird schon werden. Wir freuen uns nach einem warmen Getränk auf jeden Fall schon auf unseren zweiten vollen Tag in Melbourne.

Albert Park

Heute steht neben Sightseeing nämlich auch ein wenig Alltagsleben in Melbourne kennenlernen an. Axel und Tina leben hier schließlich bereits seit knapp sieben Monaten und sind Teil der Laufgruppe vom Melbourne University Athletics Club (MUAC). Ihnen steht heute ein 10 Kilometer-Lauf durch den Albert Park bevor und wir wollen die zwei anfeuern. Während die Australier schon vorfahren, lassen Arne und ich den Tag etwas ruhiger angehen und basteln in der Zwischenzeit ein kleines Motivationsschild…

Albert Park Lake

“Go TiXel“

Okay, jetzt ist es raus. Arne und ich verpassen in unserer Entspanntheit die Straßenbahn und kommen mit vielleicht fünf Minuten Verspätung am Stadion im Albert Park an. Ja, wir haben den Start verpasst. Ich glaube, das haben wir den zweien bisher verheimlicht. Also: Sorry! Aber zu ihrer ersten Rückkehr – die Strecke wird zweimal abgelaufen – sind wir am Start! Nach etwa zwanzig Minuten sehen wir Axel auf uns zu laufen und rufen von der Seite, das Schild emporhaltend. Während Axel nur ein kurzes Lächeln aufbringen kann, bekommen wir von Tina ein wenig später einen Daumen hoch. Sehr gut! Nach einer Topzeit von ca. 41 Minuten läuft Axel schließlich mit einem mörderischen Blick – er war nur erschöpft – an uns vorbei ins Ziel und auch Tina hat es kurz danach geschafft! Ich bin zutiefst beeindruckt und nehme mir vor, wenn ich zurück in Hamburg bin, auch wieder mehr zu laufen.

Ein zweites Frühstück

Nach dem Lauf, ist vor dem Lauf und so tauscht sich die Laufgruppe noch ein wenig über die vergangenen 10 Kilometer aus, bevor wir alle zusammen ins Carousel Café gehen. Das Café befindet sich direkt auf einem Steg am Albert Park Lake. Sehnsüchtig schweift mein Blick auf die Golfanlage, die nur ein Katzensprung entfernt ist und ich überlege wieder einmal, wie ich die anderen dazu bewegen könnte, ein paar Bälle zu schlagen. Am Café angekommen ist der Gedanke aber schon fast direkt wieder verschwunden. Nachdem wir Plätze im Freien bekommen und die Sonne plötzlich sogar etwas Kraft beweist, genießen wir einfach das Hier und Jetzt. Dieses wird noch durch ganz viele Hunde versüßt, die Arne und ich nicht ungestreichelt lassen können. Dann folgen irgendwann die Getränke und das Essen. Einfach nur der Wahnsinn! Meine Waffeln mit Beeren und Choco Mousse sind dabei mindestens genauso gut wie die Acai Berry Bowl von Tina. Ein zweites Frühstück, wie es nicht besser geht.

Melbourne von oben

Da es bereits früher Nachmittag ist, beschließen wir, trotz zwei leicht verschwitzter Läufer, direkt unseren nächsten Tagesordnungspunkt abzuarbeiten: Es geht auf den Eureka Tower bzw. genau genommen auf das Eureka Skydeck. Für 19,00 AUD für Studenten und 23,00 AUD für Erwachsene geht es fast 300 Meter in die Höhe. Im 88. Stock hat man eine beeindruckende Sicht auf Melbourne. Hier oben wird einem erst klar, wie riesig diese Stadt ist. Ein Ende ist weit und breit nicht zu sehen. In dieser Höhe kann man sogar nach draußen gehen. Aber vorsichtig, windig! Wer den absoluten Nervenkitzel sucht, der kann in einem Glaswürfel, den sogenannten “The Edge”, die Welt unter sich fast barrierefrei genießen. Der Spaß kostet aber natürlich extra – 10,00 AUD bzw. 12,00 AUD (ca. 6,30 EUR bzw. 7,60 EUR) . Wir sparen uns das Geld also lieber und genießen so in aller Ruhe die Aussicht.

Melbourne von unten

Anschließend trennen sich unsere Wege wieder für kurze Zeit. Während Tina und Axel sich frisch machen, schlendern Arne und ich in die Royal Botanic Gardens Melbourne. Relativ planlos umher schlendernd, landen wir bei der Sidney Myer Music Bowl und purzeln den Abhang hinunter (endlich wieder Kind sein), bis wir schließlich am Shrine of Remembrance landen. Der Schrein ist eines der größten Kriegsdenkmale Australiens und dient heute allen Australien, die Kriegsdienste geleistet haben, als Gedenkstätte. Leider hatten wir keine Zeit den Schrein auch von innen zu begutachten, aber auch von außen ist es wirklich ein beeindruckendes Bauwerk. Bevor wir uns noch ein wenig mehr den Pflanzen und Kräutern im botanischen Garten widmen, legen wir eine entspannte Kaffeepause im Grünen ein. Herrlich!

St. Kilda Pier

Wieder mit den Australiern vereint, fahren wir mit Bahn und Bus zum St. Kilda Pier. Am Strand geht es dem Sonnenuntergang entgegen. Ein wahrer Traum. So könnte jeder Tag zu Ende gehen, wobei er ja noch gar nicht wirklich vorbei ist. Es ist schließlich gerade einmal halb sechs. Doch mit der Dunkelheit im Nacken, geht es zurück nach Carlton. Es wird Zeit für ein echtes australisches Abendessen!

St. Kilda

Chicken Parma im Clyde Hotel

Wer jetzt Kangüru, Wallaby oder ähnliches erwartet hat, liegt völlig daneben. Obwohl insbesondere Arne sich vorgenommen hat, die Beuteltiere zu probieren, ist uns der Appetit auf die kleinen direkt am ersten Tag in Australien vergangen, als wir sie im Lone Pine Koala Sanctuary streicheln konnten. Stattdessen gibt es: Chicken Parma für stolze 20,50 AUD (ca. 13,00 EUR)! Also eine panierter mit Käse überzogene Hühnerbrust plus Schinken mit Tomatensauce und Pommes. Ihr ahnt, die Portion habe ich natürlich niemals aufgegessen bekommen. Lecker! Aber was daran jetzt genau australisch ist, weiß ich auch nicht, aber das isst man hier wohl so! Das ganze verspeisen wir übrigens ganz nah am Kaminfeuer sitzend im Clyde Hotel. Hier trifft sich auch die Laufgruppe von Tina und Axel regelmäßig zu Besprechungen. Wir sind also wieder mitten im Leben! Und damit geht es vollgefressen auch alsbald in unserem Häuschen in Melbournes Herzen ins Bettchen.

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