Reisebericht: Australien – Upgrade, Holzklasse & Ankunft

Reisebericht: 1.-3. Tag Australien – Upgrade & Holzklasse

Es ist so weit: Endlich geht es nach Australien! Ungewohnt unvorbereitet und ohne großes Hinfiebern fliege ich heute, es ist Montag der 09. Juli 2018, mit meinen Kumpel Arne nach Brisbane, um unsere Freunde Tina und Axel dort zu besuchen – beziehungsweise mit ihnen Australien zu erkunden. Warum ich so gefühlt aus dem Nichts nach Australien fliege? Na ja… Bis vor wenigen Minuten hat mich noch meine Masterarbeit geplagt. Diese habe ich nämlich erst heute Morgen drucken lassen, habe sie mittags abgeholt und schließlich abgegeben. Herrlich! Jetzt nur noch verteidigen (und vor allem die Präsentation dazu gestalten) und dann habe ich auch mein Masterstudium hinter mich gebracht, wenn ich denn bestehe – Hilfe!

Einmal Australien & zurück

Völlig planlos reisen wir aber natürlich nicht nach Australien. Arne und ich haben bereits im April 2018 unsere Flugtickets nach Brisbane und von Melbourne zurück nach Hamburg gebucht. Wir haben uns nach vielem hin und her dazu entschieden mit Emirates zu fliegen. Mit einer Reisezeit von 24 Stunden und 50 Minuten für den Hinflug und 22 Stunden und 55 Minuten für den Rückflug, jeweils mit einem Stop in Dubai, bietet die Fluggesellschaft eine der schnellsten Verbindungen an und vor allem – eine der bequemsten. Andere Anbieter haben zwar ähnliche Zeiten angegeben, jedoch bis zu drei Zwischenlandungen mit eingeplant. Das war uns etwas zu unsicher, da wir befürchteten, durch nur sehr kurze Aufenthalte bei Verspätungen den Anschlussflug zu verpassen. Auch haben wir Partner-Airlines gesehen, die bei uns nicht das größte Vertrauen genießen. Aus diesen Gründen haben wir uns trotz eines teilweise deutlich höheren Preises für die staatliche Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emiraten entschieden. Jeweils gut 1.600 EUR zahlen wir inklusive Vorabsitzplatzwahl. Ganz schön happig – aber dafür weiß man auch, was man bekommt. Ich bin bereits 2013 nach Port Elizabeth in Südafrika mit Emirates geflogen und war sehr zufrieden. Also mal sehen, wie es dieses Mal wird.

Blüte

Queensland, New South Wales & Victoria

Was wollen wir uns angucken? In Brisbane treffen wir auf unsere Freunde Axel und Tina. Von dort aus geht es für uns zunächst hoch in die Berge in den Lamington National Park in Queensland. Danach geht es für uns direkt zur Küstenstadt Byron Bay in New South Wales und anschließend weiter in den Hat Head National Park und nach Port Stephens. Bevor wir Richtung Sydney abbiegen, wagen wir uns in die Blue Mountains. Nach ein wenig Stadtluft, werden wir Sydney verlassen und in die nächste Großstadt – nach Melbourne weiterziehen. Hier wohnen unsere Freunde, die wir nach zwei weiteren Tagen zurücklassen werden, um dann zu zweit weiter Victoria zu erkunden. Wohin es uns dann zieht? Das steht noch in den Sternen…

Koala im Lone Pine Koala Sanctuary

Die Reise beginnt

So viel zu unserer Planung. Jetzt geht es aber auch schon los – nachdem ich dann auch endlich mal nach der Abgabe und einem kurzen Nickerchen meine Sachen zu Ende gepackt habe, Arne bei mir (fast) vor der Tür stand – Menschen tendieren dazu, meine Klingel nicht zu finden – und wir uns noch einen letzten Döner zusammen gegönnt haben. Mein Kumpel Lars ist so nett uns zum Hamburg Airport zu fahren, sodass wir uns nicht mit unseren Koffern in der S-Bahn abmühen müssen. Danke noch mal ;-). Nach der flotten Anfahrt erwartet uns jedoch eine ewig lange Warteschlange am Schalter von Emirates. Aber hey, wir waren ja so clever bereits zwei Tage vorher einzuchecken. Daher können wir an die kleinere Schlange, die lediglich für die Gepäckaufgabe gedacht ist. Viele Familien mit Koffern und diversen Mitbringseln (hauptsächlich Töpfe) später, verabschieden wir unsere Koffer und schlüpfen durch die Sicherheitskontrolle. Also nicht wirklich schlüpfen – aber trotz Sprengstofftest geht alles sehr flott.

“Herr Mathews, bitte an den Schalter!”

Am Gate 52 warten wir ganz entspannt auf das Boarding und dann ertönt die Durchsage: „Herr Matthews, bitte an den Schalter.“ Etwas bekümmert, dass wieder etwas mit dem Visa schief gelaufen ist (wie damals bei der Einreise in die USA), trottet er nach vorne – und kommt mit einem dicken Grinsen zurück: „Komm’ mal mit! Ich glaube wir wurden upgegraded.“ Und so ist es dann auch: Hallo, Business-Class!

Once you go business, you never want to go back

Ein Traum wird wahr: In unserer Boeing 777-300 haben wir den Jackpot gezogen. Sechs Stunden Flugzeit mit 4-Sterne-Küche, Cocktails, Champagner bis zum Abwinken, zwei Bildschirmen und einem Sitz, den man bis in die Waagerechte bringen kann – so kann es doch bitte immer sein. Dazu lernen wir auch noch Chris kennen, der ebenfalls unverhofft in der Business Klasse gelandet ist. Der Lehrer aus Oldenburg ist nach zwei Wochen surfen jetzt auf dem Weg nach Neuseeland zum Skifahren. Okay… Und ich dachte, wir sind krass, dass wir aus dem Hochsommer ins winterliche Australien reisen…

Essen in der Business Class von Emirates

Entspannen in der Marhaba Lounge

Nach sechs Stunden ist der Traum aber auch schon wieder ausgeträumt. Wir landen in Dubai und nehmen in der Marhaba Lounge {Werbung} Platz. Den Aufenthalt in der Lounge haben wir netterweise über Holiday Extras gesponsert bekommen. So können wir in bequemen Sesseln entspannt die Wartezeit von etwa fünf Stunden überbrücken und uns am reichhaltigen Frühstücksbuffets bedienen. Die zwei Schlafkabinen in der Lounge sind jedoch leider schon besetzt, aber die richtige Müdigkeit soll auch erst noch kommen. Auf jeden Fall lässt es sich hier aushalten und ist deutlich komfortabler und leiser als es in den Gängen des Flughafens.

Holzklasse, wir sind wieder da…

Zackigen Schrittes gehen wir vom B-Bereich zu unserem Gate C6 und tummeln uns direkt mit allen anderen Reisenden in einer Vorhalle. Kein Upgrade in Sicht… Eingepfercht in unseren engen Economy-Sitzen denken wir bereits darüber nach, wie wir uns ein Upgrade auf dem Rückweg leisten können und träumen in unseren kurzen Schlafphasen vom Reisen in der Business-Class. Doch auch diese 14 Stunden gehen vorbei und wir landen sicher in Brisbane! Jetzt nur noch schnell durch die Kontrolle…

Brisbane bei Nacht

Der “Salami-Vorfall”

…oder aber auch langsam. Denn: Arnes Mutti hat ihm noch eine Salami zum Snacken eingepackt. Die darf man aber natürlich nicht mit nach Australien nehmen, wie wir aber erst im Flugzeug erfahren. (Ja, man hätte sich auch vorher informieren können…) Also müssen wir sie im ersten Schritt anmelden. Anschließend durch diverse Kontrollen mit schnüffelnden Hunden (süüüüüß) und sie letztlich dann doch noch wegschmeißen. Juhu! Na ja, Axel und Tina sind eh noch dabei unseren Camper bei apollo abzuholen und so können wir die Wartezeit noch dazu nutzen schnell zu duschen. Im Brisbaner Flughafen gibt es direkt am Ankunftsausgang zur Linken und zur Rechten jeweils eine Dusche bei den Toiletten. Kein Luxus – aber warm. Das ist die Hauptsache. Erfrischt finden wir uns dann auch irgendwann – das mit dem WLan ist hier etwas schwierig – mit den zwei „Australiern“ zusammen. Es ist inzwischen Mittwochmorgen – wir sind angekommen.

Slow Down hier queren Koalas

Hallo, Australien! Hallo, Brisbane!

Und das Programm geht auch direkt los! Nach einem kurzen Einkaufsstopp bei Coles in Brisbane, wo Arne und ich uns für 30,00 AUD (ca. 19,00 EUR) eine Prepaid-SIM-Karte holen, mit der wir ohne weitere Kosten in Australien telefonieren können und 5 GB Datenvolumen haben, und für den Tag einkaufen, geht es weiter zum Lone Pine Koala Sanctuary. Schnell laufen wir zu den Koalas durch und kaufen uns zusätzlich zum Eintritt von 24,00 AUD (ca. 15,00 EUR) für Studenten bzw. 36,00 AUD (ca. 23,00 EUR) für Vollzahlende jeweils für 25,00 AUD (ca. 16,00 EUR) noch einen Fotopass. Einen Fotopass für ein Foto mit einem Koala. Soooooooooooo süß und ein wirklich tolles Erlebnis. Insgesamt geht es zwar alles rucki zucki, aber es hat sich trotzdem definitiv gelohnt. Zum Thema: “Kann bzw. sollte man das den Koalas überhaupt zumuten?” kann ich nur sagen, dass wir einen wirklich guten Eindruck von dem Sanctuary gewonnen haben. Die Koalas werden immer nur für eine kurze Zeit aus ihren zahlreichen Gehegen für diese Aktionen herausgeholt und auch nur für eine oder zwei kurze Zeiten am Tag. Wenn sie sich nicht fühlen, werden sie direkt zurückgebracht. Außerdem bekommt man genaue Anweisungen, wie man die Koalas zu halten hat und unserer wollte Arne eigentlich gar nicht mehr los lassen. Das gezahlte Geld kommt natürlich auch wieder direkt den Tieren zu Gute. Aus diesem Grund denke ich, dass das durchaus in Ordnung geht.

Jil mit einem Koala im Lone Pine Koala Sanctuary

Lone Pine Koala Sanctuary

Nach diesem aufregenden ersten Highlight schauen wir uns ganz in Ruhe den Rest des Parks an. Hier gibt es rund 100 einheimische australische Tiere zu entdecken wie Schnabeltiere, Kakadus, Dingos, Tasmanische Teufel, Wombats und viele, viele mehr. Als ein weiteres Highlight kaufen wir uns für jeweils 2,00 AUD (ca. 1,30 EUR) noch Kängurufutter. Ihr könnt schon erahnen, was jetzt kommt!?! Ja, wir gehen zum Abschluss die niedlichen und teilweise ganz schön kräftigen Beuteltiere füttern. Auch kleine Wallabys haben sich unter die Herde gemischt. Das Beste: Die Tiere lassen sich nicht nur füttern oder fordern dazu auf gefüttert zu werden, sie lassen sich auch vorsichtig streicheln. Sie haben super weiches Fell und die Zungen sind auch ganz sanft. Super schön <3.

Hoch hinaus: Lamington-Nationalpark

Nach so vielen bereits großartigen Ereignissen, fahren wir in die Berge zum Lamington National Park. Wir haben uns in der BinnaBurraLodge für 59,00 AUD (ca. 37,50 EUR) einen Stellplatz für unseren Campingwagen gebucht – ganz weit oben. Sagen wir so, die Auffahrt ist ein wenig schweißtreibend. Vor allem, wenn die eh schon viel zu enge Spur auf eine Fahrbahn reduziert wird und man nicht so genau weiß, ob gerade jemand von herunter fährt. Das erinnert mich irgendwie an meine Reise durch Irland… Aber wir haben „Glück“ und kommen heile oben an. Ein kurzer Check-In und schon stellen wir unseren Waagen ab, fahren die Markise aus und bereiten den Grill vor. Heute auf dem Programm: Hähnchen mit Salat und Brot. Ein sehr guter und leckerer Einstieg.

Die erste Nacht im Regenwald

Es ist gerade einmal kurz nach 19:00 Uhr und wir sind todmüde. Also machen wir uns schnell bettfertig. Unser Campingwagen hat zwei Doppelbette: Eins über der Fahrerkabine und eins zum Herunterfahren über der Sitzfläche im Heck. Arne und ich teilen uns das mobile Bett und schlafen nach wenigen Sekunden ein. Unsere erste Nacht in Australien mitten im tropischen Regenwald.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.