Reisebericht: Australien - Die Blue Mountains

Reisebericht: 8. & 9. Tag Australien – Die Blue Mountains

Guten Morgen, Port Stephens! Die Sonne lacht, der Sport ruft! Denn in Port Stephens haben wir mal ausnahmsweise keine Erkundungstouren auf dem Zettel. Stattdessen nutzen wir diesen Ort nur als Zwischenstation für unsere Weiterfahrt in die Blue Mountains. Wir möchten uns aber dennoch ein wenig die Beine vertreten, bevor wir die nächsten Kilometer antreten. Aus diesem Grund steht wieder eine kleine Joggingrunde für uns auf dem Plan. Nachdem wir uns an dem Lachenden Hans, der direkt neben unserem Camper gelandet ist, erfreut und gute 100 Fotos von ihm geschossen haben, frühstücken wir und schlüpfen anschließend in unsere Sportkleidung. Los gehts! Zugegeben, so ganz wohlfühlen tue ich mich auf unserem Ausflug nicht. Denn leider gibt es an der Gan Gan Rd wie so oft keinen Bürgersteig und die Autos zischen mit einem Affenzahn an uns vorbei. Ich gebe also das Schneckentempo vor, bevor wir den Big Rocky Trail erreichen, der in den Tomaree National Park führt. Hier mache ich noch die Aufwärmübungen mit, drehe dann aber um – zur Erinnerung: Kondition? Nicht vorhanden! – und lasse die anderen sich so richtig austoben. Zurück beim Camper bereite ich nach einer Dusche unsere Abfahrt in Richtung Blue Mountains soweit es geht vor und warte auf die Rückkehr meiner fleißigen Läufer.

Hallo, Sydney und tschüß!

Auf unserer knapp vierstündigen Weiterfahrt in Richtung Blue Mountains erblicken wir erstmal die Ausläufer von Sydney. Schon jetzt lässt sich erahnen, wie riesig diese Stadt ist. Doch noch ist es nicht soweit. Bevor wir uns in Syndney vergnügen, steht erstmal noch eine ausschweifende Wanderung an. Daher geht es hoch zu den Katoomba Falls. Wir haben uns bei Blackheath Glen wieder eine Powered Site für unser Wohnmobil dieses Mal für zwei Nächte angemietet. Dafür zahlen wir 132,00 AUD (ca. 84,00 EUR). Wer nicht mit einem Wohnmobil unterwegs ist und auch keine Lust zu Campen hat, hat hier übrigens auch die Möglichkeit Cabins zu mieten. Die Anlage ist entsprechend groß und schön angelegt. Wie so oft, ist es allerdings schon stockfinster als wir ankommen. Wie üblich schließen wir Strom und Wasser an, zaubern uns etwas zu essen und bereiten uns auf den nächsten Tag vor. Ich habe das Gefühl, dass wir für morgen ordentlich Kraft brauchen. Gut, dass es heute eher entspannt war…

Blue Mountains National Park

Krach! Zugegeben, der Ruf des Kakadus’ ist nicht unbedingt der schönste Singsang, den man sich vorstellen kann. Dennoch genieße ich den Anblick der vielen Orangehaubenkakadus, die uns diesen Morgen begrüßen. Sie sind auf dem ganzen Gelände verteilt und erfreuen sich an allem Essbaren, dass sie finden können. An dieser Stelle sei aber gesagt: Bitte nicht mit Brot füttern! Lieber ein paar Körner ausstreuen!

Orangehaubenkakadu

Katoomba Falls

Viel Zeit lassen wir uns heute aber mit den lieben Vögeln nicht, denn heute wollen wir mal richtig was schaffen. Und mit richtig, meine ich Kilometer über Kilometer durch den Blue Mountains National Park! Dazu starten wir nach dem Frühstück bei den Katoomba Falls, die sich direkt um die Ecke von unserem Campingplatz befinden. Zugegeben, da habe ich wirklich schon eindrucksvollere Wasserfälle z. B. in Island gesehen. Aber, der nächste Blick raubt einem wirklich den Atem.

Katoomba Falls

Cliff View Lookout

Der Cliff View Lookout bietet die erste Möglichkeit einen Blick auf den Blue Mountains National Park zu werfen. Sobald ich bei dem starken Wind meine Haare unter Kontrolle gebracht habe, wird einem auch direkt klar, woher die Blue Mountains ihren Namen haben. Die Blätter der zahlreichen Eukalyptusbäume des Parks, die übrigens zum UNESCO Weltnaturerbe gehören, verdunsten und setzen so ätherische Öle aus. Der entstehende Nebel wirkt wie ein Schleier, der die Gegend blau färbt. Ein wundervolles Spektakel, dass je nach Sonneneinstrahlung stärker oder weniger stark ausgeprägt ist. Wer möchte, kann mit dem Scenic Skyway in 270 Metern Höhe sogar über das Jamison Valley schweben – mit einem 360 Grad Blick. Die Kosten liegen dafür je nach Tag und Buchungszeit zwischen 37,50 und 49,00 AUD (ca. 24,00 – 31,00 EUR). Wir haben uns gegen die Fahrt entschieden, da wir uns heute voll aufs Wandern eingestellt haben.

Three Sisters

Neben den Vögeln, haben wir vermutlich nichts häufiger in Australien fotografiert, wie die Three Sisters. Die stratigrafischen Felsformationen sind vor etwa 200 Millionen Jahren entstanden und durch Erosion, Wind, Regen und Wasser so geformt worden, wie sie heute zu sehen sind. Wie ihr auf unseren Fotos erkennen könnt, gibt es noch vier weitere Stümpfe zu sehen, sodass es sich früher wohl um “Sieben Schwestern” gehandelt hat. Bevor wir nach ungefähr 2,5 Kilometern bei den Felsformationen ankommen, machen wir jedoch erstmal am Touristenzentrum Halt. Hier nutzen wir die Möglichkeit einer sauberen Toilette, kaufen ein paar Mitbringsel für die Lieben Zuhause und decken uns mit einer Wanderkarte für 3,00 AUD (ca. 1,90 EUR) ein.

Cliff Walk, Dardanelles Pass, Furber Steps

An der Touristeninformation startet also unsere große Wandertour durch die Blue Mountains nun offiziell. Die zwei Kilometer, die wir auf nahezu gerader Strecke bereits hinter uns gebracht haben, waren ein Klacks. Auch der kleine Übergang zu den Three Sisters entspannt und beeindruckend. Doch, was jetzt folgt, sollte meinem kaputten Knie noch weniger Vergnügen bereiten. Entlang des Cliffs Walks genießen wir weiterhin den Ausblick aufs Tal und machen bei einem der vielen Lookouts eine kleine Mittagspause. Eine gute Idee, denn kurz darauf geht es tief hinab. Dabei wechseln wir zwischen ganz normalen Wegen, unterstützenden Holzstufen und eingeschlagenen Treppen. Insgesamt leider keine Freude für mein Knie. Bin ich froh, als wir endlich unten ankommen. Aber was hilft denn das Meckern, der Anblick ist fantastisch. Wir entdecken kleinere Wasserfälle, wundervolle Flora und Fauna und auch das ein oder andere Tierchen lässt sich blicken. Im Tal belächeln wir die Menschen, die den Giant Stairway erklimmen wollen. 998 Streppenstufen bis zu den Three Sisters, na dann mal viel Spaß. Ich bin froh, als wir die weniger steilen Furber Steps erreichen, die uns fast direkt wieder zu unserem Camping Platz führt.

Gute Nacht!

Gute sieben Stunden Wandern liegen hinter uns und ich bin fix und fertig. Aber glücklich! Es ist zwar noch nicht wirklich spät, jedoch ist mit mir heute definitiv nicht mehr viel angefangen. Zunächst müssen wir eh erst einmal duschen. Dann wird nochmal schnell eingekauft, gekocht, gegessen, das Knie gekühlt und mit einem gemeinsamen Filmeabend ausgespannt. Morgen verlassen wir die “Wildness” und stürzen uns ins Abenteuer Großstadt: Sydney – wir kommen!

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