Filmkritik: Spider-Man - Far From Home

Filmkritik:
Spider-Man – Far From Home

In seinem zweiten Solofilm “Spider-Man – Far From Home” muss sich Tom Holland als Peter Parker seiner Verantwortung als Superheld stellen und sein Privatleben dafür vernachlässigen. Ob er dieser Verantwortung gewachsen ist? Als völlig unerwartet ein neuer Bösewicht die Bühne betritt, bleibt ihm nicht viel übrig. Special Effects sondergleichen und ein charismatisch, verrückter Superschurke sorgen für das besondere Etwas.

4.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Spider-Man – Far From Home”

Nach den Ereignissen von “Avengers – Endgame” kehrt wieder Normalität auf der Erde ein. Auch Peter Parker (Tom Holland) ist zurück an der High School und möchte nun endlich dem Mädchen seiner Träume seine Gefühle gestehen. Auf einem Europa-Trip mit der ganzen Klasse, soll es soweit sein. Doch eine neue Macht droht die Erde erneut ins Chaos zu stürzen. Nur Spider-Man kann helfen. Doch fühlt sich der Teenager dieser neuen Aufgabe gewachsen?

Spider-Man - Far From Home

Mein Fazit

Jeder hat seinen Lieblings-Spider-Man. Während die einen auf Tobey Maguire schwören, präferieren andere Andrew Garfield. Die einen lieben die ersten Spider-Man-Filme und finden “The Amazing Spider-Man” furchtbar, anderen geht es genau anders herum. Doch egal, für wen das persönliche Spider-Man-Herz schlägt, dass Tom Holland einen großartigen, neuartigen Spider-Man gibt, und das “Spider-Man – Far From Home” zu den absolut besten Spidey-Filmen bisher gehört, ist unumstößlich. Hier haben sich die Filmemacher wieder einmal selbst übertroffen und einen Superhelden-Film kreiert, der schon fast droht “Avengers – Endgame” vom Thron zu stoßen.

Storyaufbau

“Spider-Man. Die freundliche Spinne von neben an.” Für dieses Motto bzw. diese Aufgabe hat sich Spider-Man aka Peter Parker in “Spider-Man – Homecoming” entschieden. Die Ereignisse von “Avengers – Infinity War” und “Avengers – Endgame” haben diesen Plan jedoch zunichtegemacht. Parker musste über sich selbst hinauswachsen und hat sich übermächtigen Gegnern gestellt. Jetzt soll er das Erbe von Iron Man antreten. Doch dazu fühlt sich der Teenager längst noch nicht bereit. Stattdessen hofft er darauf das Mädchen seiner Träume auf dem Eiffelturm zu küssen. Da soll auch Nick Furry und eine neue Bedrohung nichts dran ändern. Und an dieser Stelle darf ich eigentlich nichts weiter mehr zum Inhalt erzählen. Daher nur ganz vage: Der Storyaufbau ist grandios. Der Zuschauer wird ähnlich wie die Figuren ein wenig an der Nase herumgeführt. Alles fühlt sich etwas zu harmlos an, bis es, ja bis es dann so richtig losgeht. Wer mit den Comics vertraut ist, den wird der Twist natürlich recht wenig überraschen. Dennoch ist das wie, wann und warum extrem gut und spannend umgesetzt.

Spider-Man - Far From Home
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Mysterio

Auch zu Mysterio darf man natürlich nicht zu viel verraten. Die Trailer geben einige Hinweise auf diese mysteriöse (haha), neue Figur, lassen seine Rolle jedoch weitestgehend offen. Zu sagen ist allerdings, dass Jake Gyllenhaal einen perfekten Job macht und so eine vielschichtigen, charismatischen Charakter schafft, der nicht nur den Zuschauer um den Finger wickelt.

Spider-Man - Far From Home
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Charakterentwicklung

Hollands Spider-Man unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vor allem aber in seinen von Anfang an vorhandenen bzw. eben nicht vorhandenen Fähigkeiten von den anderen Spideys. Und so hat man bei den bisherigen Auftritten von Spider-Man im MCU eben die ein oder andere Eigenschaft des Spinnenmenschen vermisst. Ob die Filmemacher diese einfach nur vermasselt haben, oder dahinter tatsächlich ein kluger Plan steckt, das kann ich nicht sagen. Allerdings macht so, wie sie es in “Spider-Man – Far From Home” nun aufgelöst haben, alles einen Sinn und unterstützen das Wachsen von Parker in seiner Rolle. MCU Mastermind Kevin Feige setzt damit (ob nun notgedrungen oder geplant) auf eine natürliche Charakterentwicklung anstatt auf Vollgas. Von Parker mal abgesehen, gehen aber auch alle anderen Nebenrollen einige Schritte voraus, sodass sich ein harmonisches Entwicklungsbild ergibt.

Spider-Man - Far From Home
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Special Effects

Wer “Spider-Man – Into the Spider-Verse” kennt, der wird sich vielleicht an der ein oder anderen Stelle an den Animationsfilm erinnert fühlen. (Wer ihn nicht kennt, sollte ihn dringend gucken.) Denn die Filmemacher haben hier richtig Gas gegeben und die besten Special Effects überhaupt kreiert. Macht euch also auf einen wilden Ritt gefasst, der einen sogar vergessen lässt, dass das ganze irgendwie vor Grün gedreht werden musste.

Spider-Man - Far From Home
© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Bereit für die nächste Phase

“Spider-Man – Far From Home” läutet mit viel Action, Witz und Charme die vierte Phase des MCU ein und macht damit direkt Lust auf mehr. Durch die Entwicklung, die Paker bzw. Spider-Man in seinem zweiten Solo-Film durchläuft, gewinnt er an Gewicht für die Avengers, ohne endgültige Antworten zu geben. Auch die End-Credit-Scene wirft einige Fragen auf, die nur darauf warten, beantwortet zu werden. Zu bedenken ist allerdings, dass Sony gegenüber Marvel nur noch ein Auftritt von Spider-Man in einem dritten Solofilm zugesagt hat. Wie es also wirklich mit dem Superhelden weiter gehen wird, steht noch in den Sternen. Die katastrophal, überraschende Mid-Credit-Scene lässt aber auf noch mehr Auftritte hoffen. Ich bin immer noch geschockt!

“Spider-Man – Far From Home” ab 04. Juli 2019 im Kino!


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