Reisebericht: Australien - Twelve Apostles am Morgen

Reisebericht: 17. Tag Australien – Twelve Apostles am Morgen

04:05 Uhr – der Wecker klingelt in Apollo Bay, die Zweifel kommen. Wollen wir wirklich schon aufstehen? Ja, denn heute wollen wir zum ersten Mal den Sonnenaufgang genießen und die Twelve Apostles mit den ersten Sonnenstrahlen bestaunen. Also raus aus den Federn und über einen Umweg ins Bad ab ins Auto. Unseren Sachen haben wir bereits am Abend gepackt, sodass alles ganz schnell geht und wir schon kurz vor 05:00 Uhr wieder auf der Great Ocean Road unterwegs sind.

Abenteuer: Great Ocean Road bei Dunkelheit

Fanden wir die Strecke gestern bei Regen und Tageslicht schon abenteuerlich, wirkt sie bei Nacht schon fast furchterregend. Heute sitze ich am Steuer und fahre daher bewusst vorsichtig und langsamer, als ich es sonst tun würde. Sicher ist sicher. Dass dies die richtige Wahl war, zeigt sich bereits nach einigen Kilometern. Ein Baum ist abgeknickt und hat die gesamte linke Spur eingenommen – also unsere Seite, da Linksverkehr. Ich weiche auf die andere Seite galant aus und weiter gehts. Dann kommen uns tatsächlich die ersten Autos, etwas weniger vorsichtig fahrend, entgegen und schließlich hoppeln zwei Kängurus vor uns her. Vermutlich Mutter und Kind sind tiefenentspannt und begleiten uns gute 100 Meter, bevor sie sich entscheiden wieder ins Gebüsch zu hüpfen. Danach sehen wir immer wieder Tiere am Straßenrand – und eins, das definitiv nicht nach einem Känguru aussah – ein Dingo vielleicht? Oder ein Fuchs? Die zwei Beutetiere wenig später sind aber mit Sicherheit Füchse. Einer von den Plagegeistern (in Australien!) guckt uns noch gespannt in die Augen und fordert mich dadurch auf komplett zu stoppen, bis er seinem Freund schließlich doch noch folgt.

Twelve Apostles

Twelve Apostles

Nach guten 1,5 Stunden endet diese abenteuerliche Fahrt und wir kommen wohlbehalten auf dem Parkplatz des Aussichtspunktes der Twelve Apostles an. Es ist noch stockfinster. Aber unsere Hoffnung auf einen Sonnenaufgang sind verschwindend gering, denn – es regnet. Schon den ganzen Weg über hatten wir mit Regenschauern zu kämpfen. Der Himmel ist entsprechend mit Wolken übersät. Aber egal. Jetzt sind wir hier! Bei den Apostles angekommen, fühlen wir uns wie in einem Horrorfilm und schauen uns nach dem Killer um, der uns die Klippen herunterstürzen wird. Doch er kommt nicht, dafür aber nach und nach die Sonne. Zwar hinter den Wolken aber trotzdem ergibt sich ein schönes Farbenspiel auf die bis zu 60 Meter hohen Felsen aus Kalkstein. Die frühe Fahrt zu den Twelve Apostles hat sich gelohnt! Und da ist sie dann auch doch noch: Die Sonne. Zwar haben wir ihren Aufgang aufgrund der Wolken verpasst, jedoch können wir jetzt einen wunderschönen Farbverlauf bewundern und festhalten.

Loch Ard Gorge & London Bridge

Nach diesen Eindrücken lassen wir die Twelve Apostles hinter uns und fahren wir weiter die Great Ocean Road entlang in Richtung Warrnambool. Wenige Kilometern später halten wira bereits wieder. Hier befindet sich der sogenannte Loch Ard Gorge, eine enge Felsenbucht im Port Campbell National Park. Bis Juni 2009 war hier noch der Island Archway vorgelagert. Ein etwa 25 Meter hoher Bogen aus Kalkstein, der jedoch zusammenbrach. Dennoch ist der Anblick wundervoll. Man muss jedoch auf das einströmende Wasser achten, wenn man keine nassen Füße bekommen möchte. Ein weiteres Highlight auf der Strecke bildet die London Bridge oder auch London Arch. Ein Felsbogen aus Kalkstein, der sich erst vor einigen Jahren durch Erosion verändert hat. Bis 1990 handelte es sich hierbei noch um einen Doppelbogen, der es ermöglicht hat, sogar die Bridge zu betreten. Heute kann man von einem Aussichtspunkt das Strömen des Wassers durch den Bogen genießen.

Pause in Warrnambool

So langsam knurrt uns aber der Magen – und Kaffee hatten wir heute auch noch keinen. Hinzukommt die Müdigkeit, weshalb wir ein wenig an Tempo zulegen und schnurstracks nach Warrnambool weiter fahren. Na gut, aber ein Abstecher zur Whale Nursery muss auch noch sein. Zwischen Juni und September bringen hier Südkapern ihre Kälber zur Welt und ziehen sie auf. Nur hundert Meter von der Küste entfernt, sollen sie zu sehen sein. Aber ausnahmsweise haben wir damit mal kein Glück. Außerdem regnet es. Daher ziehen wir ohne Walsichtung weiter in die Stadt. Eine kurze Googlesuche später, haben wir uns für Garze Urban Café & Delicatessen entschieden. Eine gute Wahl! Der Kaffee schmeckt, das Essen ist der Hammer und die Bedienungen sind soooooo nett. Hier bleiben wir erstmal ein wenig und kommen wieder zu Kräften. Außerdem planen wir spontan, wie es heute weiter gehen soll. Eigentlich hatten wir an einen Strandwanderweg gedacht, entscheiden uns aber spontan um: Es geht zum Tower Hill National Park.

Garze Urban Café & Delicatessen

Tower Hill National Park

Nur fünfzehn Minuten später sind wir auch schon mitten drin. Der kleine Nationalpark bietet viele Wandermöglichkeiten, die nicht allzu streng an vorgegebene Wege geknüpft sind. Zumindest kann man immer noch ein wenig links und rechts gehen (vor allem, wenn man den eigentlich Weg schon wieder aus der Augen verloren hat). Uns erwarten fast drei Stunden pure Wanderfreude mit wundervollen Tiersichtungen. Darunter zum Beispiel super niedliche Australische Zaunkönige, Eastern Grey Kankogoroos, Schwarze Wallabys, jede Menge Emus und einen Koala konnten wir auch noch dank Hilfe der netten Verkäuferin aus dem kleinen Souvernirshop entdecken. Dazu war auch das Wetter auf einmal wundervoll sonnig und warm. Besser konnte es doch gar nicht laufen. Okay, ein Echidna zu sehen wäre noch die Kirsche auf der Sahne gewesen. Auch haben wir keine Schlangen gesehen, obwohl sie wohl beim Boardwalk reichlich anzutreffen waren. Aber das war vielleicht auch besser so. Für uns war der Park auf jeden Fall eine freudige Überraschung und ein echtes Highlight unserer Reise!

Ein regnerischer Abend in Port Fairy

Glücklich fahren wir nur 15 Minuten weiter nach Port Fairy. Hier haben wir uns ein niedliches, kleines Cottage über Airbnb für 88,82 EUR die Nacht gemietet, umringt von Alpakas, die wir morgen unbedingt noch füttern werden (wir haben gefragt, das darf man – juhu!). Irgendwie überhaupt nicht mehr müde essen wir die Reste von gestern auf (wir haben uns dafür Foodcontainer gekauft) und starten eine Runde Monopoly. Ihr wisst ja, wie das ist: Das Geld wird irgendwann nur noch hin und her geschoben und so haben wir irgendwann das Spiel beendet und ich habe – natürlich gewonnen. Okay, hätte Arne mir die eine Straße nicht verkauft, hätte ich wohl blöd aus der Wäsche geguckt… Aber nun gut – gewonnen ist gewonnen 😉. Eigentlich hatten wir überlegt uns noch eine Pizza bei Coffin Sally zu holen, die uns in der Willkommensbrochüre empfohlen wurde, jedoch regnet es gerade wieder einmal in Strömen und wir haben keine Lust mit dem Auto noch einmal in die Stadt zu fahren. Also gibt es zum Abendbrot Müsli und Brot. Danach geht es in die Badewanne mit Whirlpoolfunktion – endlich ein wenig Entspannung für die Muskeln – und dann auch schon langsam ins Bett, schließlich geht es morgen weiter entlang der Great Ocean Road – ab in die Grampians! Gute Nacht!

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