Filmkritik: Aladdin

Filmkritik: Aladdin

Guy Richties Live-Actionversion von Disneys “Aladdin” überzeugt durch seine farbenfrohe, gar magische Umsetzung und einem zauberhaften Will Smith als Dschinni, scheitert jedoch an der Chemie zwischen den zwei Hauptdarstellern. Liebe? Prickeln? Eher nein. Dennoch bildet sich insgesamt eine unterhaltsame Adaption, die man am besten im Originalton genießt.

3.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Aladdin”

Die Straßen Agrabahs sind das Zuhause von Aladdin (Mena Massoud), einem liebenswürdigen Straßenjungen, der erpicht darauf ist, sein von kleinen Diebstählen gezeichnetes Leben hinter sich zu lassen und seinem Glauben zu folgen, zu Höherem bestimmt zu sein. Am anderen Ende der Stadt hegt die Tochter des Sultans, Prinzessin Jasmin (Naomi Scott), ihre eigenen Träume. Sie sehnt sich danach, das Leben außerhalb der Palastmauern kennenzulernen und mit ihrem Status die Menschen von Agrabah besser unterstützen zu können. Ihr Vater gebärdet sich allerdings überfürsorglich, und ihre Zofe Dalia (Nasim Pedrad) hält sie an der kurzen Leine. Während der Sultan (Navid Negahban) damit beschäftigt ist, einen geeigneten Ehemann für seine Tochter zu finden, ist sein treuer und loyaler Berater, der mächtige Zauberer Jafar (Marwan Kenzari), aufgrund der passiven Haltung des Sultans hinsichtlich Agrabahs Zukunft frustriert – und heckt einen Plan aus, den Thron an sich zu reißen.

Aladdin

Mein Fazit

Während sich die Neuauflage von “Der König der Löwen” noch durch die Kinosäle brüllt, erscheint die Live-Actionversion von “Aladdin” bereits jetzt fürs Heimkino. Die magische Geschichte aus 1001 Nacht trumpft mit einer farbenfrohen Kulisse, funkelnden Kostümen und einem zauberhaften Dschinni auf. Doch ist die Geschichte noch genauso fesseln wie vor 17 Jahren?

Eine magische Liebesgeschichte

Das Zentrum der Geschichte von “Aladdin” ist die Liebesgeschichte zwischen dem Straßenjungen Aladdin und Prinzessin Jasmine. Schließlich stützt sich die ganze Geschichte, Aladdins Handeln, seine Wünsche auf das Verlangen nach der exotischen Schönheit. Leider ist das Prickeln zwischen den zwei Hauptdarstellern jedoch quasi nicht vorhanden. Bis auf ein paar schmachtende Blicke, kommt hier die Liebe tatsächlich zu kurz. Und so achtet man auch bei der legendären Flugszene eher auf Teppich, als auf das angehende Liebespaar.

Aladdin
© Disney

Ein Buddy-Film

Dafür punktet der Film sehr beim Thema “Buddy”. Während man also im ersten Viertel schon etwas ins Grübeln kommen könnte, ob die Realverfilmung von Guy Ritchie (“King Arthur – Legend of the Sword“, 2017), der seinen Filmstil hier nur ansatzweise verwirklichen konnte, nicht ein völliges Desaster wird, steigt die Qualität mit Auftritt des Dschinnis aka Will Smith (“Suicide Squad”, 2016). Denn egal, ob in blau oder in menschlicher Gestalt, Smith sorgt für gute Laune und den richtigen Charme. Dadurch hat Robin Williams – ruhe er in Frieden – einen wirklich würdigen Nachfolger gefunden. Die Chemie zwischen Smith und Aladdin-Darsteller Mena Massoud (“Run This Town”, 2019) stimmt und so begibt man sich mit ihnen, Abu und Teppich gemeinsam auf eine magische, bunte Reise. Indessen rückt übrigens eine ganz andere Liebesgeschichte in den Mittelpunkt… Und hier brennt es förmlich!

Aladdin
© Disney

Das Cast

Wie schon erwähnt, ist Smith ein wahrer Segen für “Aladdin”. Und obwohl das Knistern ein wenig fehlt, sind auch Aladdin mit Massoud und Jasmine mit Naomi Scott (“Power Rangers“, 2017) durchaus gelungen besetzt. Abgerundet wird das harmonische Bild durch Nasim Pedrad (“Corporate Animals”, 2019) als Jasmines Zofe Dalia. Eine völlig Fehlbesetzung hingegen ist Marwan Kenzari (“Mord im Orient-Express“, 2017), der mit seinen weichen Gesichtszügen so überhaupt keine Boshaftigkeit ausstrahlt und daher Jafars Charakter in kaum einer Facette widerspiegeln kann. Auch Navid Negahban (“Operation – 12 Strong”, 2018), dem die Niedlichkeit des Zeichentrick-Sultans fehlt, ist eher enttäuschend. Ein wenig unausgefeilt wirken zusätzlich die animierten Tiere, die dadurch natürlich längst nicht an die Ausdrucksstärke ihrer Zeichentrickversionen herankommen.

Aladdin
© Disney

Original vs. Live-Action

Die Realverfilmung von “Aladdin” hält sich über weite Strecke an die Geschichte des Originals von 1992, weicht aber in einigen entscheidenden Punkten davon ab, sodass man davon ausgehen muss, dass die zwei weiteren Teile dieser magischen Geschichte nicht verfilmt werden (können). Schade, denn die Welt, die Rund um Aladdin erschaffen wurde, ist wirklich eindrucksvoll. Die Kulissen und Farben versprühen den Originalcharme und sind gleichzeitig wunderbar lebensecht. Hier haben die Filmemacher einen wirklichen guten Job geleistet. Auch die neu hinzugefügten Lieder haben, nach zwei-, dreimal hören, definitiv Ohrwurmpotenzial. Meine ursprüngliche Behauptung, dass diese völlig unnötig sind, möchte ich daher hiermit widerrufen. Aber: In der deutschen Synchronisation sind die Gesangsszenen in meinen Ohren echt ein Graus. Daher: Besser im Originalton anschauen und -hören!

Aladdin
© Disney

Smith for the win

Insgesamt bleibt eine wirklich unterhaltende und lustige Version der Geschichte aus 1001 Nacht, die hoffentlich eine neue Generation in ihren Bann ziehen wird, jedoch nicht an das Zeichentrickoriginal herankommt, das neben mehr Liebe auch deutlich mehr Spannung ausstrahlt. Ohne Smith als Dschinni hätte es der Live-Actionfilm zusätzlich noch schwerer gehabt zu überzeugen. Der heimliche Star ist und bleibt aber: Teppich! Warum, seht selbst!

“Aladdin” jetzt auf 4K UHD, Blu-ray, DVD und als VoD.
{Affiliate Links}

Gewinne ein Fanpaket von “Aladdin”

Seit ihr bereit für eine arabische Nacht? Dann habe ich wieder gute Nachrichten für euch! Disney hat mir wieder ein Fanpaket bestehend aus einer Blu-ray, einem Schlüsselanhänger, einem Notizbuch und einem Mousepad für euch zur Verfügung gestellt. Um zu gewinnen, beantworte einfach folgende Frage, fülle das Formular aus und schicke es ab. Viel Glück 🍀

//Das Gewinnspiel ist bereits beendet. Der Gewinner wurde kontaktiert.

Gewinne ein Fanpaket von Aladdin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.