Filmkritik: Fantasy Island

Filmkritik: “Fantasy Island”

“Willkommen auf ‘Fantasy Island’. Hier werden ihre Fantasien Wirklichkeit!” Doch dass eine Fantasie selten so abläuft wie man sich diese wünscht und dass jede Fantasie Konsequenzen mit sich zieht, zeigt uns der neue Horror-Fantasy-Streifen von Blumhouse Productions!

3.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Fantasy Island”

Der mysteriöse Mr. Roarke lässt die geheimsten Wünsche seiner glücklichen Gäste in einem luxuriösen, aber abgelegenen tropischen Resort – Fantasy Island – wahr werden. Doch als sich ihre Fantasien in Alpträume verwandeln, müssen die Gäste das Geheimnis der Insel lüften, um ihr zu entkommen und das eigene Leben zu retten…

 

Fantasy Island ab 20.02.2020 im Kino

Mein Fazit

Blumhouse bringen den Klassiker der 1970er- und 80er-Jahren zurück – aber dieses Mal auf die große Leinwand! Die TV-Serie von Gene Levitt füllte gleich sieben Staffeln, während das Werk von Jeff Wadlow keine zwei Stunden im Kinosaal flimmert. Das Konzept bleibt gleich: Mr. Roarke und seine Insel lassen Fantasien wahr werden. Doch nehme diese nicht immer den Verlauf, den man sich vielleicht wünschen würde. Wer also mit der Originalserie vertraut ist, wird hier die ein oder andere Parallele wieder finden. Wer wie ich diese nicht kennt, der kann sich auf ein völlig neues Abenteuer freuen. Schließlich überzeugt “Fantasy Island” durch eine insgesamt schlüssige und sogar überraschende Gesamtstory, hat jedoch auch mit einigen Schwächen zu kämpfen.

Jedem Gast wird eine Fantasie ermöglicht

Fünf glückliche Gewinner werden per Privatjet auf die Insel geflogen, mit köstlichen Drinks und Hawaiiketten begrüßt. Die luxuriösen Unterkünfte machen einen formidablen Eindruck. Da kann man auch über die etwas schrägen Angestellten hinwegsehen. Aber was ist das für ein Tropfen und Moment! Was war das gerade da im Spiegel? Ach alles nur Einbildung. Oder doch nicht? Neben den fünf Gästen, beherbergt Fantasy Island aber auch den einen Gast oder anderen, der sich sicherlich gerne woanders aufhalten würde. Doch um die Fantasie jedes einzelnen Gastes erfüllen zu können, muss Hotelbetreiber Mr. Roarke der Insel ab und zu unter die Arme greifen. Dabei sind ihm jede Mittel recht. Denn schließlich hat auch er etwas zu verlieren… Denn wer die Produktionsfirma Blumhouse kennt, der weiß, dass es sich bei “Fantasy Island” natürlich nicht um einen Friede-Freude-Eierkuchen-Film handeln kann, sondern um einen Fantasy-Horror-Streifen. So geraten die Fantasien schnell außer Kontrolle und erreichen Ausmaße, die sich niemand so wünschen könnte… Oder etwa doch?

Fantasy Island
© 2020 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

“Sag mal ist das nicht?”

“Fantasy Island” ist bereits die zweite Horrorgeschichte von Blumhouse, in der Pretty Little Liar-Star Lucy Hale mitwirkt. Wie schon in “Wahrheit oder Pflicht” übernimmt Hale als Melanie Cole eine Schlüsselrolle in der Geschichte, wobei sie ihre Vielschichtigkeit unter Beweis stellen kann. Neben Hale ist auch das lustige Doppelgespann Austin Stowell und Jimmy O. Yang als zwei Brüder mit von der Partie, die wir auch in dem kommenden Film “Lady Business” zu sehen bekommen werden. In die Fußstapfen von Ricardo Montalban als Mr. Roarke tritt Michael Peña, der hier deutlich ernster zu sehen ist als zum Beispiel in seiner Rolle in “Ant-Man” (2015) und “Ant-Man and the Wasp” (2018), und leider auch weniger überzeugend ist. Ihm fehlt etwas das “Mysteriöse”, dass die Figur des Gastgebers erfordert. Komplementiert wird das Ensemble durch Maggie Q (“Die Bestimmung – Insurgent“, 2015), die als Gwen Olsen als einzige so richtig Köpfchen beweist und Austin Stowell (“Battle of the Sexes – Gegen jede Regel“, 2017) als der ehemalige Polizist Patrick Sullivan, der in seiner eigenen Emotionalität den Blick fürs Ganze verliert.

Fantasy Island
© 2020 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

“Blubb, blubb”

Okay zugegeben, auch “Fantasy Island” ist nicht wirklich gruselig. Dennoch gelingt es dem Film durchgehend eine gewisse Anspannung aufrecht zu erhalten. Auch die Scarejumps funktionieren ausgezeichnet. Als sich der Horrorstreifen jedoch im zweiten Drittel etwas zu sehr und zu ausführlich an den einzelnen Fantasien aufhängt, verliert er an Aufmerksamkeit. Hier wirkt “Fantasy Island” etwas zäh, was aber auch dazu führt, dass der Zuschauer nicht so einfach hinter die Fassade blicken kann. Im letzten Drittel gewinnt er den Zuschauer aber zurück und überrascht.

Fantasy Island
© 2020 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

“Jede Fantasie muss bis zum Ende gelebt werden.”

“Fantasy Island” hat einen fantastischen Look. Hier prallen bunte Farben der Freude und Leichtigkeit mit den dunklen Geheimnissen aufeinander. Der Streifen macht dem Zuschauer dennoch nichts vor. Bereits mit der Eingangsszene wird deutlich, dass es sich hierbei nicht wirklich um ein Ferienparadies handelt. Die durchwachsenden schauspielerischen Leistungen und die zähe Mitte sorgen dafür, dass es dem Horrorfilm an einem letzten Schliff fehlt. Dennoch sorgt er für einen kleinen Schauer und überzeugt insgesamt mit einer gut durchdachten Story mit Kniff.

“Fantasy Island” seit dem 20. Februar 2020 im Kino.

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