Serienkritik: Spides - Die erste Staffel

Serienkritik & Gewinnspiel:
“Spides” – Die erste Staffel

“Spides” – Berlin ist erst der Anfang. Die erste internationale Science-Fiction-Serie aus Deutschland kürt Berlin zum Schauplatz einer düsteren Verschwörung: Aliens unterwandern die Bevölkerung! Sind sie noch aufzuhalten?

3.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung

Nora (Rosabell Laurenti Sellers), eine junge Frau aus Berlin, erwacht nach der Einnahme der Partydroge „Blis“ aus dem Koma. An ihr früheres Leben hat sie keine Erinnerung mehr. Die Ermittler David Leonhart (Falk Hentschel) und Nique Navar (Florence Kasumba) gehen der Spur der geheimnisvollen Droge nach und finden eine Verbindung zu zahlreichen vermissten Teenagern. Nach und nach wird Nora bewusst, was mit ihr passiert, und sie beginnt eine unglaubliche Verschwörung aufzudecken: Aliens versuchen mit der synthetischen Droge, Menschen zu infiltrieren und deren Körper als Wirt zu benutzen. Je näher Nora der Wahrheit kommt, desto mehr gerät ihr eigenes, dunkles Geheimnis ans Licht. Denn sie selbst ist der Schlüssel zur Invasion, die sie zu bekämpfen versucht. Spides - die erste Staffel

Mein Fazit

“Spides” – die erste Science-Fiction-Serie Deutschlands. Zum (zumindest gefühlt) ersten Mal starten die Aliens ihren Angriff nicht in den Vereinigten Staaten von Amerika, sondern in der deutschen Hauptstadt Berlin. Sie agieren im Geheimen und bereiten zum Zeitpunkt des Starts der Serie die Übernahme der gesamten Menschheit vor. Doch kann die Invasion noch aufgehalten werden? Oder gelingt es den Aliens die Kontrolle zu übernehmen? Eine kleine Gruppe von Menschen kann über das Schicksal der gesamten menschlichen Bevölkerung der Erde bestimmen.

Die Aliens sind auf dem Weg

Die Aliens infiltrieren die Menschheit. Ihr Ausgangspunkt: Berlin. Ja, ihr habt richtig gehört: Berlin! Nicht wie sonst etwa New York oder andere große Städte in Amerika oder vielleicht noch in Japan. Nein, sie beginnen ihren Angriff in Deutschland. Abgesehen von diesem ungewohnten Setting, bringt – zumindest die erste Staffel von “Spides” – bisher jedoch nicht viel Neues mit sich. Stattdessen bildet sie eher ein buntes Potpourri aus bekannten Alien-Ideen. Wer zum Beispiel “Seelen“* von Stephenie Meyer – wir ignorieren hier mal die unterirdische Verfilmung von Andrew Niccol aus 2013 – gelesen hat, dem kommt das Ergreifen der menschlichen Körper durch Aliens sicherlich schon bekannt vor. Und auch die Aliens selbst sehen schon fast vertraut aus, da sie sowohl in Optik als auch vom Klang her sehr an die Monster von etwa “Stranger Things” oder “A Quiet Place” erinnern. Doch letztendlich gilt: Die Mischung macht’s. Und diese ist hier definitiv gut gelungen.

Spides
© DON’T PANIC Productions UG, Palatin Media Film- und Fernseher GmbH

Die Angst vor Krabbeltierchen

Schade ist aber auch hier, dass die Monster bzw. die Aliens viel zu früh in der Serie erscheinen. Bereits nach wenigen Szenen sieht man diese zumindest aus der Ferne in Form einer Traumsequenz. Durch die benannte Ähnlichkeit zu anderen Monster, kann man sich daher bereits ein gutes Bild davon machen, wie sie aus der Nähe aussehen. Anders ist allerdings, dass sie noch näher an Insekten bzw. Spinnen angelegt sind, wodurch die Filmemacher mit der Angst vor diesen Krabbeltieren beim Zuschauer spielen wollten. Und zugegeben, von solchen Viechern als Wirt übernommen zu werden, ist nun wirklich keine schöne Vorstellung.

Spides
© DON’T PANIC Productions UG, Palatin Media Film- und Fernseher GmbH

Gedächtnisverlust? Ok.

Wie man sich bereits dadurch denken kann, dass “Spides” mehrere Staffeln haben soll, baut die erste Staffel zunächst die Grundstory der Geschichte nach dem Motto: “Berlin ist erst der Anfang” auf. Im Zentrum der Story steht Nora, dessen geheimnisvolle Vergangenheit nach und nach aufgedeckt wird. Etwas schräg an der Sache ist jedoch, dass die junge Frau ihr Gedächtnis nach der Einnahme von Blis verloren hat und es eigentlich auch nie wirklich wieder bekommt. Geradezu unbekümmert nimmt sie ihre verlorene Identität wieder an und macht dort weiter, wo sie aufgehört hat, ohne sich je wieder an alles zu erinnern. “Das sind meine Freunde? Ok. Das ist meine Familie? Ok.” Irgendwie wirkt Nora dadurch eher blass und geradezu belanglos. Sie ist nicht wirklich aufregend. Wenn man bedenkt, dass Rosabell Laurenti Sellers mit ihrer Rolle als Tyene Sand in “Game of Thrones” einen wirklichen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, verwundert dies doch sehr. Dagegen sind Nebencharaktere wie etwa ihr Freund Peter (Lion-Russell Baumann), die eiserne Dr. Herter (Susanne Wuest) und die Ermittler David Leonhart und Nique Navar wesentlich spannender.

Spides
© DON’T PANIC Productions UG, Palatin Media Film- und Fernseher GmbH

Die Nebenstory

Überhaupt wirkt insbesondere die Nebenstory der zwei Polizisten, die einsam-gemeinsam versuchen die Unruhen in Berlin aufzudecken, viel stärker auf den Zuschauer als die Hauptstory. Aus diesem Grund ist diese Ergänzung wirklich Gold wert für die Serie. David Leonhart und Nique Navar, die von den international erfolgreichen Darstellern Falk Hentschel (“White House Down“, 2013) und Florence Kasumba (“Black Panther“, 2018) verkörpert werden, bilden ein ungewollt dynamisches Duo, das einfach nur “klickt”. Ihr Kampf gegen die russische Drogenmafia und die Aliens, denen sie immer näher auf der Spur sind, sorgt für nervöses Kribbeln beim Zuschauer. Schließlich baut das Publikum zu beiden schnell ein Verbindung auf und ist an ihren Schicksalen letztlich interessierter als an Noras…

Spides
© DON’T PANIC Productions UG, Palatin Media Film- und Fernseher GmbH

For the greater Good

Wenn man jedoch ausblendet, dass Nora sich mehr für ihre große, ganze Vergangenheit interessiert, als für ungefähr alles, was sie ausmacht, und den Fokus mehr auf lieb gewonnene Charaktere wendet, bildet sich eine spannende Geschichte, die letztlich nur eine Frage stellt: Was bin ich bereit zu opfern, um andere zu schützen? Da es eine zweite Staffeln geben wird, kann man sich bereits denken, dass das wahrscheinlich nicht allzu viel sein wird. Aber auch, wenn man weiß, wo die Reise letztlich hinführt, ist ja letztlich das “wie” und “warum” das Entscheidende. Hier schlägt “Spides” definitiv mit Binge Watch-Potenzial voll zu. Mit nur acht Folgen mit jeweils ungefähr 50 Minuten Spielzeit, kann man die Serie gut an ein oder zwei Tagen inhalieren. Da die Folgen unmittelbar aneinander anschließen, bringt das schnelle Gucken besonders viel Freude. Auch das Ende der Staffel bietet ein gelungen Abschluss, der zwar Lust auf mehr macht, aber auch eine Pause zulässt.

Spides
© DON’T PANIC Productions UG, Palatin Media Film- und Fernseher GmbH

Internationale Serie

“Spides” ist eine deutsche Produktion einer internationalen Serie mit einer bunten Besetzung aus überwiegend deutschsprachigen aber auch anderssprachigen Darstellern. Aus diesem Grund wurde die Serie auch auf Englisch gedreht und größtenteils von den Schauspielern selbst auf Deutsch nachsynchronisiert – zumindest hört es sich so an. Das es sich dabei um eine Synchronisierung handelt, sieht und hört man. Als Deutscher, der sich auf eine deutsche internationale Serie gefreut hat, fühlt sich das etwas merkwürdig an. Zumindest, wenn man wie ich gewohnt ist, viel im O-Ton zu gucken. Die Blu-ray ist hier auch leider alternativlos. Da ESM leider nicht die Rechte an der Englischen Tonspur hat, bietet die Blu-ray nur die deutsche Tonspur an, was wirklich schade ist.

Spides
© DON’T PANIC Productions UG, Palatin Media Film- und Fernseher GmbH

Berlin, Berlin

Insgesamt ist “Spides” eine wirklich gelungene Science-Fiction-Serie, der es gelingt den Charme Berlins in die weite Welt zu tragen. Die Staffel zeigt viele Facetten der deutschen Hauptstadt und führt vermutlich auch Berlinkenner an ungewöhnliche und unbekannte Ecken der Stadt. Bei der Szenerie haben sich die Filmemacher hier wirklich große Mühe gegeben und auch einen einheitlichen Look geschaffen, der jedoch vielleicht noch etwas düsterer hätte sein können. Abgesehen von der eher blassen Nora, bahrt die Serie mit vielen spannenden, vielseitigen und großartig besetzten Charakteren auf, die die Serien abhebt. Auch wenn “Spides” nicht ganz makellos ist, bringt die erste Staffel definitiv Spaß, hat die Einstufung nach KSK 16 eindeutig verdient und ich persönliche freue mich bereits auf die große Invasion!

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