Filmkritik zu "Die fantastische Reise des Dr. Dolittle"

Filmkritik zu “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle”

In “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle” treten Dr. Dolittle und seine treuen tierischen Begleiter ein Abenteuer voller Tücken an, um das Leben der jungen Queen Victoria und damit auch ihre Heimat zu retten. Ein wirklich irrwitziges Zusammenspiel schrägster Charaktere, jedoch ohne großen Nervenkitzel.

3 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle”

Nach dem Tod seiner Frau hat Dr. Dolittle (Robert Downey Jr.) sich gemeinsam mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe exotischer Tiere hinter den hohen Mauern seines Familienanwesens verschanzt. Als die junge Queen Victoria (Jessie Buckley) schwer erkrankt, muss Dolittle widerwillig sein Heim verlassen und sich auf die Reise zu einem sagenumwobenen Eiland machen, auf dem es ein Heilmittel geben soll.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle

Dr. Dolittle mal anders

Als Kind der 1990er Jahre bin ich mit Eddie Murphy als “Dr. Dolittle” aufgewachsen. Für zwei Teile schlüpfte Murphy in die Rolle des Mediziners, der mit Tieren sprechen kann und dafür (zumindest zunächst) durch die Gesellschaft für verrückt erklärt wurde. Zwei Filme, die ich in meiner Kindheit immer und immer wieder angeguckt habe, sobald sie im TV liefen. Auch den dritten Teil rund um die Tochter des Tierarztes meine ich ein-, zweimal gesehen zu haben. Doch hat eigentlich irgendjemand “Dr. Dolittle 4” und “Dr. Dolittle 5” gesehen? Wenn ja, worum geht es da? Auch um Maya Dolittle? Na ja, vielleicht auch nicht ganz so wichtig, zumindest für diesen Artikel. Hier geht es schließlich um die Neuerscheinung “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle”,  die in jedem Fall alles andere als eine Fortführung der Geschichte ist. Denn während Murphys Dolittle im hier und jetzt existierte, spielt das neue Fantasysabenteuer im England des 19. Jahrhundert.

Der Humor

Zugegeben, “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle” hat mich zu Anfang so gar nicht gepackt. Ich habe den Film angeschmissen und mich durch viel zu viele Dinge ablenken lassen, sodass ich nach dem ersten Mal gucken nur sagen konnte: “Joar, war ganz lustig.” Um den Fantasyfilm aber ernsthaft bewerten zu können, muss ich ihn natürlich mit voller Aufmerksamkeit gucken. Und obwohl ich dabei bleiben, dass er mich auch dann nicht voll vom Hocker gerissen habe, habe ich ihn doch danach viel mehr wertschätzen können. Schließlich besticht der Film durch wirklich viele lustige Momente, Einstellungen, Sprüche und dem schrägen Zusammenspiel zwischen Menschen und Tieren. Ich habe wirklich mehrfach laut aufgelacht und noch im Nachhinein länger über manche Szenen gekichert. In Sachen Humor ist für mich damit “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle” wirklich weit vorne. Wobei hier wie fast immer gilt: Den Humor muss man mögen.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle
© 2020 Universal Pictures Germany. Alle Rechte vorbehalten.

Sherlock Holmes 2.0!?

Einziger Wermutstropfen hierbei ist jedoch, dass Robert Downey Jr. (“Avengers – Endgame“, 2019) meiner Meinung nach hier keine wirklich neue Figur geschaffen hat. Seine Version des Dr. Dolittle erinnert – zumindest mich – in vielerlei Hinsicht an seine Performance als Sherlock Holmes. Sei es die mangelnde Körperhygiene, der ähnliche Humor, die latente Ausstrahlung der Verwirrtheit bei gleichzeitiger Überlegenheit oder auch einfach die Tatsache, dass beide einen Fall knacken. Es finden sich so viele Parallelen, dass mir hier ein wenig das Originelle fehlt.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle
© 2020 Universal Pictures Germany. Alle Rechte vorbehalten.

Die sprechenden Tiere

Auch bin ich ein wenig darüber hin- und hergerissen, ob ich die Animation der Tiere in “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle” nun gut gelungen finde oder nicht. Auf der einen Seite sind die Bewegungen der Tiere wirklich gut ihren Originalen nachempfunden, auf der anderen Seite fügen sie sich aber alles andere als gut in die reale Welt ein. Jeder Zuschauer sieht auf den ersten Blick, dass die Tiere aus dem PC stammen. Immerhin sind die Filmemacher hier konsequent und nutzen für weniger exotische tierische Darsteller keine echten Tiere. Dadurch fühlt sich der Film aber wirklich wenig echt an. Obwohl die Kulissen, das Setting, die Kostüme usw. alles auf das England des 19. Jahrhunderts abgestimmt sind, wird durch die animierten Parts noch mehr deutlich, dass es sich hier um eine Fantasiegeschichte handelt.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle
© 2020 Universal Pictures Germany. Alle Rechte vorbehalten.

Die Bösewichte

Abgesehen von den fantastischen Synchronstimmen der Tiere im Originalton – es sei mir bitte verziehen, dass ich die deutsche Synchronfassung nicht gesehen habe, da ich diesem britischen Akzent einfach nicht widerstehen kann – und den zwei Nachwuchsdarstellern Harry Collett als Tommy Stubbins und Carmel Laniado als Lady Rose, die durchaus eine gute Figur machen – steht und fällt der Film von Regisseur Stephen Gaghan (“Syriana”, 2005) mit den Gegenspielern von Dr. Dolittle. Ohne hier zu viel vorwegnehmen zu wollen, liebe ich vor allem die Performance von Michael Sheen (“Liebe zu Besuch“, 2017) als Dolittles ewigen Rivalen Dr. Blair Müdfly. Sheen ist einfach fantastisch und bringt genau das richtige Maß der Düsternis mit sich. Aber auch Jim Broadbent (“Paddington 2“, 2017) alias Lord Thomas Badgley ist entzückend. Da fällt Antonio Banderas (“Leid und Herrlichkeit”, 2019) als King Rassouli meiner Meinung nach etwas hinten ab. Insgesamt aber ein wirklich gelungener und spannender Cast.

Die fantastische Reise des Dr. Dolittle
© 2020 Universal Pictures Germany. Alle Rechte vorbehalten.

Mein Fazit

Alles in allem zeigt “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle” ein wirklich lustiges Abenteuer, dass man sich gut und gerne auch häufiger anschauen kann. Zwar fehlt es dem Film ein wenig an Nervenkitzel, was aber das irrwitzige Zusammenspiel der Figuren wieder wettmacht. Auch wenn ich Downey Jr.’s Version des Dr. Dolittle nicht sehr originell finde, passt seine Performance zum Gesamtkonzept des Films. Wer die ganz große Action sucht, wird hier leider enttäuscht werden. “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle” ist eher ein Familienfilm, der auch für eine jüngere Zielgruppe (FSK 6) geeignet ist. Auch die ganz großen Emotionen bleiben trotz der tragischen Ausgangslage von Dolittle aus. Hier hätte ich durchaus noch Potenzial gesehen. Wer, wie meine Mutti, grundsätzlich ein Problem mit sprechenden Tieren hat, für den ist dieser Fantasyfilm natürlich überhaupt nichts. Obwohl ich zu Beginn etwas meine Schwierigkeiten mit den deutlich erkennbar animierten Tieren hatte, passen sie letztlich zum Gesamtbild. Nicht zuletzt deshalb, fügt sich auch die – nennen wir es – Übertreibung zum Ende der Reise in dieses logisch ein. Wobei wiederum gilt, wer hier nach Logik sucht, der kann es besser gleich lassen. Dafür ist “Die fantastische Reise des Dr. Dolittle” schließlich auch ein Fantasyfilm.

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