Filmkritik zu "I Still Believe"

Filmkritik zu “I Still Believe”

Eine Geschichte, die das Herz berührt! “I Still Believe” erzählt mit einer tollen Besetzung und viel Authentizität die tragische Geschichte des Musikers Jeremy Camp und seiner großen Liebe Melissa. Hier bleibt kein Auge trocken.

3.5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “I Still Believe”

Der aufstrebende junge Musiker Jeremy (K.J. Apa) verliebt sich Hals über Kopf in die bezaubernde Melissa (Britt Robertson). Doch ihr Glück scheint nur von kurzer Dauer, denn Melissa erhält eine schreckliche Diagnose. Durch Jeremys Musik schöpft das junge Paar immer wieder Kraft, sich gegen das Schicksal zu stellen. Ihr gemeinsamer Lebensmut scheint alles überwinden zu können. Doch ist ihre Liebe stark genug, den Weg bis zum Ende gemeinsam zu gehen?

I Still Believe

Nach einer wahren Geschichte

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bin ich großer Fan von Verfilmungen wahrer Geschichten. Mit “I Still Believe” hat des Regie-Duo Andrew Erwin und Jon Erwin – auch bekannt als The Erwin Brothers – nun die prägende Geschichte des damals Anfang 20-jährigen US-amerikanischen Musikers Jeremy Camp verfilmt. Mit seinem Debütalbum “Stay” hat er seine Erlebnisse verarbeitet und wurde national bekannt. Ihn Deutschland hingegen ist der christliche Sänger eher unbekannt. Seine Erlebnisse und seine Musik sind deshalb aber nicht weniger bewegend!

Mit Glauben gegen die Krankheit

Nur kurze Zeit, nachdem Jeremy und Melissa sich kennen und lieben gelernt haben, wird bei Melissa Krebs diagnostiziert. Das Paar kämpft gemeinsam gegen die Krankheit und hoffen sie, nicht zuletzt mit dem Glauben an Gott, bekämpfen zu können. “I Still Believe” ist geprägt von christlichen Einflüssen. Aus diesem Grund könnte man durchaus denken, dass man als nicht-christlicher Mensch von all der Religiosität erschlagen wird. Schließlich ist diese Facette omnipräsent und essenziell für den Film. Doch immer, wenn man als Zuschauer denkt: “Puh, jetzt wird es langsam echt zu viel…”, tritt er auf die Bremse. Durch diese Ausgewogenheit, kann man ihn auch als ungläubiger Mensch ihn wirklich genießen. Doch muss man definitiv offen sein für die Ansichten anderer Menschen, um diese nicht für ihr Denken, ihr Hoffen und schließlich ihre Art zu Leben zu verurteilen. Ich persönlich habe mich geradezu von Melissas Kraft und Besonnenheit faszinieren und auch ein wenig inspirieren lassen.

I Still Believe
© 2020 STUDIOCANAL GmbH

Eine emotionale Achterbahn

Insgesamt bietet die Geschichte von Jeremy Camp eine wahre emotionale Achterbahnen mit den höchsten Höhen und den tiefsten Tiefen. So könnte man nach gut 80 Minuten Spielzeit gar denken, dass der Film sich dem Ende neigt. Doch dann geht “I Still Believe” erst so richtig los. Dadurch wirkt der Film zunächst etwas zäh, bewiest aber letztlich, dass die Filmemacher wissen, wie man eine Story und ihre Charaktere darin richtig aufbaut. Schließlich erfährt der Zuschauer in der ersten Phase genau so viel über die Hintergründe der Figuren, dass man im letzten Drittel erst so richtig tief in die Geschichte eintaucht. Denn obwohl der Film immer wieder traurige Momente hat, die einen die Tränen in die Augen treiben können, könnte es sein, dass die Dämme erst dann brechen.

I Still Believe
© 2020 STUDIOCANAL GmbH

Ein echtes Traumpaar

Damit ein Film einen so tief trifft und bewegt ist aber nicht nur eine gute Story notwendig, sondern auch ein guter Cast. Mit “Riverdale”-Star K.J. Apa haben die Filmemacher dabei total ins Schwarze getroffen. Der charmante Amerikaner überzeugt in seiner Rolle als Jermey Camp auf voller Linie. Egal, ob als verliebter Narr, als aufstrebender Musiker oder als verzweifelter Partner, Apa gelingt es jede Facette glaubhaft zu verkörpern. Allerdings fragt man sich zwischendurch doch manchmal, ob er sich nicht zwischendurch mal die Haare hätte waschen können oder ob so viel Pomade wirklich notwendig gewesen ist. Als Gegenpart liefert Britt Robertson eine ebenso überzeugende christliche Melissa. Ihr Glaube an Gott, ihre Hoffnung ist so überzeugend, dass man als Zuschauer ihr jeden Moment abnimmt. Auch funktionieren und harmonieren Apa und Robertson sehr gut zusammen. Und dass, obwohl die zwei auch immerhin sieben Jahre trennen. Der große Altersunterschied zwischen Robertson und Asa Butterfield hatte mich in “Den Sternen so nah” (2017) schließlich ziemlich gestört. Trotz ihres jungen Aussehens, sollte sich die 30-Jährige daher vielleicht doch langsam von den Teenager- / Anfang-20er-Rollen verabschieden.

I Still Believe
© 2020 STUDIOCANAL GmbH

Die Musik

Wahrscheinlich können die wenigsten von euch mit christlicher Musik etwas anfangen. Die amerikanische Version dieser hört sich aber einfach nur extrem schön an – auch, wenn sie immer dem gleichen Schemata zu folgen zu scheinen. Und so spielt natürlich die Musik im Leben von Jeremy Camp und damit auch in der Geschichte von “I Still Believe” eine wichtige Rolle. Schließlich hat zu dieser Zeit Camp seine ersten Schritte auf der Karriereleiter getan. Apa performt dabei die Titel wie schon Taron Egerton in “Rocketman” selbst und stellt damit erneut sein musikalisches Talent unter Beweis. Apas Stimme verleiht dem Ganzen darüber hinaus noch mehr Authentizität und Tiefe.

I Still Believe
© 2020 STUDIOCANAL GmbH

Mein Fazit

“I Still Believe” ist wirklich ein Film, der das Herz berührt. Die Geschichte von Jeremy und Melissa ist genauso tragisch wie Mut schöpfend. Sie zeigt wie zwei Menschen, die sich doch gerade erst kennengelernt haben, gemeinsam eine schwierige Zeit mit viel Liebe meistern können. Auch, wenn man sich wahrscheinlich ein anderes Ende für das Paar wünschen würde, ist es doch auch eine schöne Liebesgeschichte, die einen selbst inspirieren kann und einen Mut schenkt. Mut etwas zu wagen. Mut in die Liebe zu investieren. Mut Vertrauen zu schenken. Mut seinen Platz im Leben und im Tod zu finden. Das biografische Drama ist damit mehr als eine Geschichte mit christlichen Fokus und schöner Musik, wirkt aber auch ein wenig als Slow-Burner. Darüber hinaus sind viele – vor allem die kitschigen Momente – häufig sehr voraussehbar. Im Großen ist “I Still Believe” aber auch, sollte man nicht mit der Geschichte von Jeremy Camp vertraut sei, sehr überraschend. Ein Film zum Mitfiebern, zum Mitleiden, zum Mithoffen, zum Mitsingen und zum Mitweinen. Hier bleibt kein Auge trocken.

“I Still Believe” ab dem 13. August 2020 im Kino!

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