Filmkritik zu "Unsere verlorenen Herzen"

Filmkritik zu “Unsere verlorenen Herzen”

“Unsere verlorenen Herzen”  ist keine typische rosarote Teenie-Romanze. Eine düstere Vergangenheit steht wie eine undurchdringbare Wand zwischen Henry und der geheimnisvollen Grace. Hat die Liebe überhaupt eine Chance?

4 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Unsere verlorenen Herzen”

Als sich der hoffnungslos romantische Oberschüler Henry Page (Austin Abrams) in seine geheimnisvolle neue Klassenkameradin Grace Town (Lili Reinhart) verliebt, beginnt für beide ein unerwarteter Weg, auf dem sie viel über Liebe, Verlust und vor allem über sich selbst lernen.

Unsere verlorenen Herzen - Chemical Hearts

Liebe als Droge

Bei “Unsere verlorenen Herzen” (im Original “Chemical Hearts”) handelt es sich nicht um eine leichte Teenie-Romanze, die sich um die typischen Wehwehchen der Heranwachsenden dreht. In dem Drama wird die Liebe genauso wie die Wandlung vom Kind zum Erwachsenen als ein chemischer Prozess dargestellt. Die Liebe ist ein Droge, die zu ihren Hochphasen Endorphine und in den Tiefphasen Stresshormone ausschüttet. Kurzweilige Ausschüttungen, an die sich der Körper gewöhnt, bis er sich schließlich wieder normalisiert. Frei nach dem Motto “Die Zeit heilt alle Wunden”. Doch das dies nicht so einfach ist, wie es der Prozess zu beschreiben vermag, weiß bestimmt jeder Einzelne aus eigener Erfahrung. In dem Drama geht es jedoch genau um diese Gefühlszustände, wobei der Fokus eher auf dem Entzug liegt.

Die geheimnisvolle neue Schülerin

Das es Grace Town, gespielt von der zauberhaften Lili Reinhart, in letzter Zeit nicht leicht hatte, wird auf den ersten Blick deutlich. Sie geht an einem Stock, sie scheint übermüdet, trägt viel zu große Kleidung und wirkt gebrochen. Doch irgendwie gelingt es Henry, verkörpert von Austin Abrams, einen Zugang zu ihr zu finden. So scheint es zumindest. Grace öffnet sich ihrem neugierigen und verständnisvollen Mitschüler immer mehr und so kommen sie sich (auch) körperlich näher. Während Henry sich Hals über Kopf in Grace verliebt, kann sie ihre Vergangenheit nicht loslassen. Reinhart gelingt es diese gespaltene und zutiefst verletzte Person mit sehr viel Authentizität zu verkörpern. So fragt sich der Zuschauer vielleicht sogar noch mehr als Henry, was eigentlich in ihr vorgeht. Der Zuschauer kann – ohne von Liebe geblendet zu sein – noch tiefer hinter ihre Fassade blicken und daher besser ihre Motive deuten. Dennoch wird auch er immer wieder überrascht. Eine tolle schauspielerische Leistung. Ganz ohne Scham oder unangebrachter Eitelkeit seitens Reinhart.

Liebe von ganzem Herzen

Aber auch Abrams macht eine gute Figur. Für seinen Charakter Henry ist Grace die erste große Liebe. Die erste Person, die ihn so wirklich interessiert, dessen Nähe er sucht. Denn Henry ist nicht unbedingt ein klassischer Teenager. Als Schreiberling und mit seiner Passion für die Kintsugi, eine traditionell japanische Kunst bei der gebrochene Keramik mit Gold repariert wird, ist der Oberschüler zwar kein Outsider aber auch nicht der Mittelpunkt der Party. Bei Grace bewegt sich Henry auf einem schmalen Grat zwischen Stalking, Fürsorge, Verlangen und natürlich Liebe. Schließlich kann man von außen gesehen nicht alles gutheißen, was Henry tut, entwickelt jedoch ein Verständnis für ihn. Dies ist nicht zuletzt Abrams Verdienst, den der Zuschauer mit seiner Art ins Herz schließt. Jedoch gelingt es ihm nicht so ganz die Liebe sprühen zu lassen. Der Zuschauer erkennt seinen Frust, er spürt seinen Wunsch aber die tiefen Gefühle kann er nicht so recht transportieren. Dadurch leidet der Zuschauer weniger mit ihm und hängt sich stattdessen an das Schicksal von Grace.

Der Look

Die nicht immer rosarote Geschichte von “Unsere verlorenen Herzen” ist umwoben von einem noch düsteren Geheimnis. Die spiegelt sich auch im gesamten Look des Films wider. Sei der grundsätzlich gelb gewaschene Filter, die Vorstadtszenerie oder die nur selten farbenfrohe Kleidung der Charaktere. So nutzen die Filmemacher vor allem die Grace äußeres Erscheinungsbild dafür, ihre Stimmung widerzuspiegeln. Unterstützt wird dies noch durch einen wirklich schönen und gelungenen Soundtrack.

Mein Fazit

“Unsere verlorenen Herzen” ist eine bewegende Liebesgeschichte. Welche Liebesgeschichte einen dabei jedoch so richtig berührt, entscheidet das Publikum für sich. Leider gelingt es Abrams nicht den Zuschauer vollends auf seine Seite zu ziehen. Dies liegt vor allem daran, dass man ihm nicht ganz abkauft, dass er Grace über alles liebt. Da ist die Liebe, die Reinhart ausstrahlt, viel stärker und intensiver. Insgesamt ist die Geschichte des Dramas jedoch sehr ergreifend und zieht das Publikum in ihren Bann. Eine Teenie-Romanze ohne Happy End?

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