Filmkritik zu "The New Mutants"

Fimkritik zu “The New Mutants”

Mit fast 2,5 Jahren Verspätung startet “The New Mutants” endlich in unseren Kinos. Aber hält der Mystery-Horrorfilm auch, was er verspricht?

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Die Handlung von “The New Mutants”

In einem isolierten Krankenhaus mitten im Nirgendwo wird eine Gruppe junger Mutanten für psychiatrische Tests festgehalten. Als die Vorkommnisse immer unheimlicher werden, werden die neuen Fähigkeiten und die Freundschaften der Insassen auf eine harte Probe gestellt. Werden sie aus der Klinik fliehen können?

The New Mutants

Zuwachs für die X-Men?

Fast 2,5 Jahre nach dem ursprünglichen Starttermin schaffen es die New Mutants endlich in die Kinos. Der Aufkauf von 20th Century Fox durch Disney, erforderliche Nachdrehs und schließlich die Coronakrise haben den Release immer weiter noch hinten verschoben. Nun ist der Spin-off zur X-Men-Reihe aber endlich fertiggestellt und will als Mystery-Horrorfilm die Zuschauer in seinen Bann ziehen. Doch, dass genau diese New Mutants Teil der (neuen) X-Men werden ist inzwischen mehr als unwahrscheinlich. Schließlich ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis Disney die X-Men mit einem mehr oder weniger völligen Neustart der Figuren ins Marvel Cinematic Universe (MCU) einbinden wird. Damit bleibt “The New Mutants” von Regisseur Josh Boone (“Das Schicksal ist ein mieser Verräter”, 2014) wohl ein Solofilm. Dafür spricht auch, dass es keine Post-Credits Szene gibt. Umso wichtiger ist also, dass der Film eine abgeschlossene Handlung aufweist…

Einmal im Schnelldurchlauf

Bei einer Spielzeit von nur 94 Minuten ist es aber nicht verwunderlich, dass “The New Mutants” zwar eine runde Geschichte erzählen kann, aber in sich nicht ganz rund ist. Im Zentrum der Geschichte steht Danielle Moonstar (Blu Hunt) und ihre noch unentdeckten Fähigkeiten. Als Neuzugang sorgt sie im Krankenhaus für Unruhe. Doch mehr noch scheint sie eine unheimliche Macht mitgebracht zu haben, die auch die anderen “Patienten” befallen. Dadurch erfährt Danielle und auch der Zuschauer immer mehr über die verschiedenen Charaktere, ihre Geschichten und ihre Fähigkeiten – jedoch einfach nicht gut. Durch die Kürze der Zeit wird viel nur angerissen und auch die Kräfte der Mutanten nicht ausreichend genug gezeigt. Bevor es so richtig losgehen könnte, ist alles schon wieder vorbei. Das ist wirklich schade, da die Figuren durchaus Potenzial haben. Kenner der Comics können hier zumindest noch ein paar Andeutungen und Verknüpfungen zu anderen Mutanten feststellen, die für Nicht-Kenner aber weitestgehend verborgen bleiben.

The New Mutants
© 20th Century Studios

Horror? Ja! Oder lieber doch nicht…

Negativ fällt auch auf, dass die Film sich wieder nicht so recht entscheiden kann, welche Zielgruppe er ansprechen möchte. Mit einem FSK 16 sollte der Zuschauer sich doch auf einige schaurige Momente freuen können. Und diese Momente flimmern auch immer wieder kurz auf: Der Schauer beginnt einem eiskalt den Rücken herunterzulaufen, um sich dann aber schneller als er gekommen ist wieder zu verflüchtigen. Boone macht in seinem Film für jeden Schritt in die richtige Richtung wieder zwei Schritte zurück. Da kann auch dank der Grinsegesichter, die stark an Slenderman erinnern, einfach kein richtiges Horror-Feeling aufkommen.

The New Mutants
© 20th Century Studios

Ein toller Cast

All der geschichtlichen und gestalterischen Schwierigkeiten zu trotz glänzt “The New Mutants” mit einem wirklich tollen Cast. Besonders hervor sticht Anya Taylor-Joy (“Glass“, 2019), die sich als etwas bitchige, eiskalte Mutantin wieder einmal von einer ganz neuen Seite präsentiert. Aber auch Maisie Williams (“Game of Thrones”, 2011-2019), Charlie Heaton (“Stranger Things”, 2016-2021), Henry Zaga und natürlich Hunt machen eine wirklich gute Figur. Ihnen gelingt es immerhin in der kurzen Zeit ihren Figuren so viel Leben einzuhauchen, dass man doch gerne mehr über sie erfahren und mehr von ihnen gesehen hätte.

The New Mutants
© 20th Century Studios

Mein Fazit

Ich will nicht sagen, dass sich das lange Warten auf “The New Mutants” nicht gelohnt hat. Allerdings merkt man dem Film an, dass er unter den Umständen der Übernahme von 20th Century Fox durch das familienfreundlicher Disney und die lange Produktionszeit gelitten hat. Er möchte gerne ein Mystery-Horrorfilm sein, verliert sich in seiner Konsequenz aber leider viel zu häufig. Dass in 94 Minuten Spielzeit, die viel zu kurz für den Aufbau der vielen Figuren und einer gut durchdachten Story ist, aber auch noch eine Liebesbeziehung mit eingebaut wurde, wirkt geradezu banal. Dennoch gelingt es dem Film nicht zuletzt durch seinen großartigen Cast den Zuschauer für sich und seine Mutanten zu interessieren. Umso trauriger ist es, dass ihnen zu wenig Raum geboten wurde und die Special Effects gar etwas lieblos gestaltet wirkten, wodurch auch die Mutanten an “Echtheit” verloren haben. Insgesamt ist der Film aber dennoch unterhaltend und durch die zahlreichen Geheimnisse seiner Geschichte auch durchaus spannend.

“The New Mutants” ab dem 10. September 2020 im Kino.

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