Serienkritik zu "Years and Years"

Serienkritik zu “Years and Years” plus Gewinnspiel!

Wie wird unsere Welt wohl in 15 Jahren aussehen? In “Years and Years” kreiert Serienschöpfer Russell T. Davies eine erschreckend echt wirkende Dystopie, die den Zuschauer gleichzeitig fesselt und beunruhigt. Eine absolutes Must-See!

5 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “Years and Years”

Langeweile kommt bei der Familie Lyons nicht auf: Daniel (Russell Tovey) heiratet Ralph (Dino Fetscher). Stephen (Rory Kinnear) und Celeste (T’Nia Miller) machen sich Sorgen um ihre Kinder. Rosie (Ruth Madeley) hat eine neue Flamme. Aktivistin Edith (Jessica Hynes) hat das Haus seit Jahren nicht mehr betreten und die stoische Großmutter Muriel (Anne Reid) hat alles im Blick. Doch eine Nacht im Jahr 2019 verändert alles. Die Familie wird im Schnelldurchlauf in die Zukunft katapultiert. In eine Welt, die immer bedrohlicher, schneller, schriller wird, die hochkocht und explodiert, eine Welt voll politischer Beben, neuer Technologien und nicht mehr so fernen Kriegen. Trotz aller Widrigkeiten hält die Familie zusammen. Sie leben und lieben, trauern und lachen. Kann am Ende diese ganz gewöhnliche Familie etwa den Lauf der Welt beeinflussen?

Years and Years
© 2020 STUDIOCANAL

Eine erschreckende Dystopie

Die britische Miniserie “Years and Years”, die von BBC One zusammen mit dem US-amerikanischen Fernsehsender HBO produziert wurde, erzählt von einer dystopischen, nahen Zukunft beginnend im Jahr 2019 bis 2034. Die Welt steht Kopf: Das Wetter spielt verrückt, politische und gesellschaftlichen Unruhen sorgen für den Zerfall der “globalisierten” Gesellschaft und der technische Fortschrift eröffnet neue aber auch beängstigte Möglichkeiten. In der Serie begleitet der Zuschauer die Familie Lyons in dieser unruhigen Zeit und wird dabei Zeuge, wie sich die Änderungen in der Welt auf die verschiedenen Familienmitglieder auswirkt. 15 Jahre, die ihre Spuren hinterlassen.

Zwischen Politik, Liebe und dem Wunsch nach Freiheit

Serienschöpfer Russell T. Davies (“Doctor Who”, 2005-2020) spricht mit seiner Hochglanzserie viele verschiedene, kritische Themen an. Dazu beginnt er zunächst mit einem Angriff auf die Politik von Donald Trumps, der 2020 seine zweite Amtszeit antritt und sich nach dessen Ende mit einem Knall verabschiedet. Der Beginn einer Zukunftsversion, die sich erschreckend wahrscheinlich anfühlt. Darüber hinaus kritisiert er den hohen Social Media-Konsum, mit dessen Filtern sich die Menschen hinter der Wirklichkeit verstecken. Er entwickelt dabei verschiedene Technologien geschickt und logisch weiter – mit all ihren Potenzialen und Gefahren. In dieser unsicheren Zeit, die beim Zuschauer unmittelbar Unwohlsein und Unruhe auslöst, zeigt Davies auch auf, wie der Mensch dazu neigt, die gleichen Fehler zu wiederholen…

Emma Thompson ist Vivienne Rook

Die zweifache Oscar-Gewinnerin Emma Thompson (“Last Christmas“, 2019) brilliert in ihrer Rolle als aufstrebende Politikerin Vivienne Rook. Als Rook nutzt sie galant die Schwächen, Wünsche und Hoffnungen der britischen Bevölkerung aus und gelangt so letztlich an die Macht. Mit ihrer Vier-Sterne-Partie, ihrer flapsigen und ehrlichen Art dringt sie in die Köpfe der potentiellen Wähler ein. Dabei merken viele erst zu spät, dass die Politikerin nativistisch veranlagt ist und sich dies auch in ihrer Politik widerspiegelt. Thompson verkörpert diese Figur mit jeder Faser ihres Körper und lullt damit auch den Zuschauer zunächst ein. Sie ist direkt, schonungslos und witzig – anders als ihre Kontrahenten.

Die Familie Lyons

Doch “Years and Years” dreht sich im Kern nicht um die großen Mächtigen der 2020er und 2030er Jahre. Stattdessen werden die Auswirkungen der Unruhen anhand der Familie Lyons porträtiert, die bunter und unterschiedlich wohl nicht sein könnte, aber dennoch sehr homogen wirkt. Das Bindeglied der Familie bildet Großmutter Muriel Deacon (Anne Reid) und ihr altes Anwesen in Manchester, in dem sich die Familie immer wieder trifft. Alle Familienmitglieder werden unterschiedlich durch die Veränderungen betroffen, erleben jedoch durch moderne Technologie jede Krise unmittelbar gemeinsam. Obwohl die Miniserie nur aus sechs Folgen besteht, wird der Zuschauer direkt und unvermittelt mitten in die Dramen der Familie Lyons hineingeworfen und emotional involviert. Dabei spielt jede einzelne Figur seine eigene, wichtige Rolle. Während anhand von Ruby Bisme-Loyns (Jade Alleyne) und Lee Lyons (Callum Woolford) die typischen kleineren, Probleme mit Heranwachsenden aufgezeigt werden, dient Bethany Bisme-Loyns (Lydia West) zum Beispiel als ein Sinnbild für zukünftige Herausforderungen für Eltern und ihre Kinder. Insgesamt gelingt es den Serienmachern einen wirklich spannenden Mix zwischen alten und neuen Problemen eines Jeden zu erzählen und diese in einer Familiensituation zusammenzuziehen. Davies kreiert dadurch zwar nicht unbedingt völlig “normale” Familie, schafft aber dennoch ein sinniges Bild einer Familie, die zusammenhält und sich liebt.

Mein Fazit

//Das Gewinnspiel ist bereits beendet. Die Gewinner wurden kontaktiert.

* Affiliate-Links | Anzeige: Wenn Du über einen dieser Verweislinks etwas Beliebiges bestellst, bekomme ich auf Deinen Einkauf eine kleine Provision. Der Preis verändert sich für Dich nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.