Filmkritik zu "The Night Clerk - Ich kann dich sehen"

Filmkritik zu “The Night Clerk – Ich kann dich sehen”

In “The Night Clerk – Ich kann dich sehen” stellt Tye Sheridan sein schauspielerisches Talent als autistischer Nachtportier Bart unter Beweis und zieht die Zuschauer damit unmittelbar in seinen Bann. Eine wahre One-Man-Show!

3 von 5 Popcorntüten

Die Handlung von “The Night Clerk – Ich kann dich sehen”

Bart Bromley (Tye Sheridan) ist ein hochintelligenter junger Mann mit autistischen Zügen. Er arbeitet als Nachtportier in einem Hotel, wo er die Gäste heimlich über Kameras beobachtet, um ihr Verhalten zu studieren. Während seiner Nachtschicht wird eine Frau ermordet und Bart gerät unter dringenden Mordverdacht. Doch dessen ganze Aufmerksamkeit ist bereits bei einem neuen Hotelgast, der schönen und einfühlsamen Andrea (Ana de Armas), zu der er eine persönliche Bindung aufbaut. Eine Nähe, mit der er nicht umzugehen weiß…

The Night Clerk

“Hey, how are you doing?”

Wenn man hört, dass ein Nachtportier den Hotelgästen nachspioniert, erschleicht einen erstmal ein sehr unangenehmes Gefühl. Doch, wenn man Bart ein wenig besser kennenlernt, wirkt das ganze irgendwie schon ganz anders. Bart leidet unter Apserger und hat Probleme mit der sozialen Interaktion. Durch das Beobachten der Gäste lernt er, wie Menschen aufeinander reagieren und ahmt sie nach. Das wirkt genauso schräg wie unschuldig. Doch auch Bart kann sich der Anziehungskraft der wunderschönen Andrea nicht widersetzen. Kann man dann noch von harmlosen Studieren sprechen?

Herausragender Hauptdarsteller…

Tye Sheridan (“Ready Player One“, 2018) stellt in seiner Rolle als Bart Bromley endgültig sein herausragendes schauspielerisches Talent unter Beweis. Der Zuschauer wird vom ersten “Klick” an in den Bann des jungen Texaners gezogen. Sheridan spielt den autistischen Bart mit solcher Authentizität und Ausstrahlungskraft, dass man den Schauspieler kaum wieder erkennt. Er lebt diese Rolle und das spürt auch der Zuschauer, weshalb er sich ganz unweigerlich auf seine Seite schlägt. Selbst als er der attraktiven Andrea verfällt und doch tief in ihre Privatsphäre eindringt, kann man sein Handeln kaum verwerflich finden. Stattdessen ist man als Zuschauer fast froh, dass er sie auf seine Art beschützt.

The Night Clerk
© 2020 EuroVideo Medien GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

…und eine mäßige Story

Obwohl auch die wunderschöne Ana de Armas (“Knives Out – Mord ist Familiensache“, 2020) als Andrea “The Night Clerk” ihren Stempel aufsetzt, ist dieser Film doch eher eine One-Man-Show. Da stört es auch schon fast nicht, dass die Story dabei relativ flach ausgefallen ist. Schließlich befindet sich Bart unter Mordverdacht, während er herauszufinden versucht, wer tatsächlich für die Tat verantwortlich ist. Die Ermittlungen und wie sich schließlich alles zusammenfügt ist relativ unspektakulär und zu gradlinig. Jedoch wiegt das drum herum, die eher mäßige Story auf.

The Night Clerk
© 2020 EuroVideo Medien GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

“Oh boy, oh boy, oh boy!”

Denn auch optisch kann der Film überzeugen. Wer schon einmal nachts (insbesondere) in Amerika in ein Hotel oder Motel eingecheckt ist, kann die Atmosphäre, die dieser Film ausstrahlt, sicherlich direkt nachvollziehen. Es ist häufig zu ruhig, zu einsam und der fast schon geflüsterte Austausch mit dem Nachtportier fühlt sich ein wenig geheimnisvoll an. Die Farbgestaltung, die Auswahl der Bildausschnitte und die Kameraführung unterstützen diesen mysteriösen Effekt, der vor allem Bart umspielt.

The Night Clerk
© 2020 EuroVideo Medien GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Mein Fazit

“The Night Clerk” von Michael Cristofer (“Original Sin”, 2001) ist vielleicht nicht der nervenaufreibendste Psychothriller aller Zeiten, ist jedoch alleine schon aufgrund der herausragenden Leistung von Tye Sheridan absolut sehenswert! Sheridan und Armas bilden ein aufregendes Duo, das unterschiedlicher nicht sein könnte und sich deshalb in ihren Rollen so wunderbar ergänzen. Sheridan gelingt es mühelos den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, weshalb dieser sich direkt für das Schicksal des jungen Barts interessiert, mehr über ihn und seine Krankheit erfahren möchte und ihm nur das Beste wünscht. Ein spannender Held in einer misslichen Lage.

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